Ollilympia

Ich liebe ja unsere Zuschauer. Keine andere Serie wird mit solch einer Leidenschaft wahrgenommen und nirgendwo sonst fühlen sich die Zuschauer dermaßen involviert, dass sie es schon fast als persönlichen Angriff empfinden, wenn in der guten alten „Lindenstraße“ etwas nicht so läuft, wie sie sich das vorstellen. Es ist, als ob man eine Familie mit mehreren Millionen Leuten hat, in der jeder seine Eigenheiten, Wünsche und Empfindlichkeiten mit einbringt. Aber klar, die Meisten schauen die „Lindenstraße“ seit 26 Jahren. Sie sind buchstäblich groß geworden mit den Beimers, Zenkers und Dr. Dressler. Viele haben zu den Lindenstraßen-Figuren eine ähnlich enge Beziehung wie zu ihren echten Verwandten. Da kann man nachvollziehen, dass manche Entwicklungen den ein oder anderen Zuschauer über das normale Maß (bei einer Fernsehsendung) hinaus berühren.

Als Autor wird man deswegen manchmal etwas unfair behandelt, denn man ist ja sozusagen der Strippenzieher in der Familie und im Zweifelsfall persönlich daran Schuld, wenn ein Zuschauer unzufrieden ist. Selbst wenn man gar nichts dafür kann, weil die Hintergründe für bestimmte Geschichten weit komplexer sind. Selbst wenn einen tatsächlichen Fehler andere verbockt haben. Selbst wenn das Kritisierte vielen anderen Zuschauern gefallen hat. Kaum jemand bei der „Lindenstraße“ wird so oft öffentlich kritisiert oder gar beleidigt wie „die Autoren“. Bitte nicht falsch verstehen: Das ist Teil meines Berufes und längst unter Hinzunahme einer dicken Haut akzeptiert. Um nichts in der Welt würde ich unsere Zuschauer gegen gleichgültige Wegzapper eintauschen wollen.

Dennoch wundere auch ich mich immer wieder – und nun kommen wir zur gestern ausgestrahlten Folge „Ollilympia“ – wie extrem oder auch verbissen unsere Zuschauer doch sein können. Bei Facebook habe ich bereits meine Verwunderung über Teile der dortigen recht ausfallenden Kommentare ausgedrückt. Hier will ich aber noch einmal auf eines meiner Lieblingsthemen in diesem Zusammenhang eingehen: Erstaunlich viele Zuschauer beschäftigen sich ÜBERHAUPT nicht damit, wie denn die anderen Zuschauer ein bestimmtes Thema sehen. Während ich dies hier schreibe, hat die Folge bei Facebook über 500 „Gefällt mir“, was rekordverdächtig ist, und dennoch schreiben zahlreiche Leute z.B., dass „kein Mensch“ so etwas sehen will oder dass dies faktisch die schlechteste Folge aller Zeiten war. Teilweise direkt unter freudigen Kommentaren, wie gut so eine Abwechslung mal getan hat.

Genau das sollte es sein. Eine Abwechslung. Wir sind alle nicht happy damit, dass dieses Jahr an zwei Sonntagen keine „Lindenstraße“ läuft. Als Autoren wollten wir diesen unglücklichen Umstand für eine besondere Folge nutzen, die aus dem Rahmen fällt. Nach der Pause werden wir dafür wieder mit ordentlich Drama einsteigen – der Herbst hat es in sich! Ich hab auch an anderer Stelle schon die Kritik akzeptiert, dass man das „Besondere“ an der Folge vorher hätte besser kommunizieren können. Allerdings wurde es ja innerhalb der Folge auch sehr schnell deutlich. Natürlich kann jeder gerne sagen „das war nicht mein Ding“, gerade bei Humor in der „Lindenstraße“ scheiden sich stets die Geister. Aber auch ein Autor wird ja mal davon träumen dürfen, dass er aus der Reihe tanzt und die unzufriedenen hunderttausenden Verwandte dies mit einem „So ist er halt“ schulterzuckend akzeptieren.

25 Kommentare

Jens Kleinsteuber

Ich fand die Folge sehr gelungen und habe mich gefreut, dass die Lindenstrasse so Action geboten hat. Die Nörgler mit ausfallenden Kommentaren sind Menschen deren liebste Hobby es ist, durch die TV- Welt zu zappen und alles mies zu machen was es nur gibt ohne zu ahnen welch Armutszeugnis sie sich selber ausstellen!

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Uta

Hallo Herr Meisheit,
ich habe mich gestern gut amüsiert und darum sollte es, denke ich auch gehen. Wenn die anderen Zuschauer die gestrige Folge Ernst genommen haben, dann kann es natürlich zu den beschriebenen Missstimmungen kommen – so war es eine erfrischende Unterbrechung der aufgezwungenen Olympia-Pause – die sich bei Wahlen etc. hoffentlich nicht wiederholen wird! Weiter so!

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Anja

Hallo Michael,

ich fand die Folge gestern mit einer der allerbesten – vor allem innerhalb der letzten Zeit. Ich jedenfalls hatte schon den Eindruck, dass in den vergangenen Wochen die Handlungen alles in allem ein wenig umhergedümpelt sind, ohne richtig irgendwo anzuecken. Und das ist ja eigentlich der Sinn hinter einer TV-Serie (genau wie der eines Buches/Kinofilmes etc): es soll ordentlich BUMS machen, denn langweiligen Alltag haben wir alle selbst mehr als genug!

Wenn ich mir also eine Serie über 26 Jahre (uii, bald 27!) ansehe – und das Woche für Woche! – wundere ich mich keinesfalls darüber, dass diesen Bewohnern Dinge passieren, die (zum Glück!) den meisten Leuten in 1000 Jahren nicht widerfahren würden. Im Gegenteil: ich finde es richtig so. Schon als gestern in der Vorschau die Uralt-Film-Schnipsel von Hajos Niere über die Mattscheibe flimmerte, hab ich mich gefreut! Oder als Momo und Klaus im TV scheinbar Else bei ihrer LIeblingsserie gesehen haben. Superb!

Und auch Olli hat wieder mal alle meine Erwartungen erfüllt. Und wenn ich Erwartungen an Olli habe, dann nicht die, dass er sich nach all diesen Jahren gebessert hat und ein „anständiger“ Mensch geworden ist. Neeeee, ganz sicher nicht! Der Schluss mit dem Abklatschen seiner „Peiniger“ war grandios! Und ehrlich gesagt, war ich bass erstaunt, als ich las, dass Irene Fischer das Buch zur Folge geschrieben hat. Chapeau!

Was ich sagen will: irgendwer wird immer meckern. Man kann es keinem Recht machen. Was ich aber wirklich übel finde, dass die Anonymität des Internets dazu benutzt wird, um in übelster Weise über die Macher der Lindenstraße oder auch andere FB-Nutzer bzw. Lindenstraßen-Gucker herzuziehen. Das ist keine gute Kinderstube! Das macht man einfach nicht! In einem persönlichen Gespräch von Angesicht zu Angesicht klänge das anders.

Als Autor braucht man wohl wirklich ein dickes Fell. Bewundernswert – ich habs leider nicht. Aber ich find’s gut, wie Du damit umgehst.

In diesem Sinne

Liebe Grüße
von Anja

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Liane

Ganz abgesehen von der gestrigen Folge, habe ich sowieso das Gefühl, dass sich die Lindenstraße in den letzten Monaten extrem verändert hat.

Habe oft den Eindruck, dass nur noch der Name Lindenstraße an die Serie von einst erinnert. 🙁

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Trudi

Es gibt also schon über 500 „gefällt mir“ für diese Folge. Nun: es gibt keine Möglichkeit „gefällt mir nicht“ anzuklicken. Wenn ich mir diverse Foren (Heinzi, Ehrlich und andere) anschaue, wenn ich die Kommentare in Facebook anschaue, wenn ich die Zuschauerpost auf der Lindenstrasse-Homepage anschaue: die Mehrheit der Kommentare (und so weit ich das beurteilen kann, ist es eine grosse Mehrheit), kam die gestrige Folge beim Publikum nicht an. Sie war schlicht und einfach Mist, grosser Mist.

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Michael

Ob eine Mehrheit der Zuschauer die Folge mochte oder nicht mochte, kann man mit ALL diesen Indikatoren nicht beurteilen. Es gibt mehrere Millionen Leute, von denen wir noch gar nichts zu der Folge gehört oder gelesen haben! Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass es AUCH eine Menge Leute gibt, die die Folge mochten. Man muss sich ja – wieder einmal – nur die anderen Kommentare hier anschauen. Also wäre doch eine Formulierung passender wie: „Ich finde, die Folge war schlicht und einfach Mist, großer Mist.“ 🙂 Aber wahrscheinlich ist es wirklich naiv, die Diskussionskultur im Internet zu kritisieren …

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Kerstin

Gäbe es hier einen „Gefällt-mir-Button“, so würde ich ihn für Anja drücken. Anja, ich möchte Deinen Kommentar Satz für Satz unterstreichen, denn er entspricht genau dem, was ich hätte schreiben wollen.

Also, ich schließe mich in allem an und danke für eine tolle, kurzweilige, witzige und außergewöhnliche Folge. Es war super! 🙂

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Edith Nebel

Ich habe mich wie Bolle amüsiert. Und selbst, wenn dem nicht so gewesen wäre: So ernst, dass er ausfallend werden müsste, sollte ein Mensch von Verstand nicht einmal seine Lieblings-Fernsehserie nehmen. 😉

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Renate

Ich gehöre zu denen, die die Folge mserabel fanden. Das ist natürlich kein Grund, ausfallend zu werden, und die meisten kritischen Fans werden es auch nicht.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich liebe „andere“, ausgeflippte Folgen von Serien, wenn sie gut gemacht sind! Egal ob z.B. die „UFO-Folge“ vom Tatort (Nina Hagen) oder die Musical-Folge von „Buffy“ – es gibt viele gelungene Beispiele, und die sind nicht (nur) geschmacksabhängig. Die Versuche der Listra fand ich bisher ziemlich plump und dümmlich und auch nicht wirklich originell. Aber egal.

Den „Likes“ bei Facebook würde ich nicht allzu viel Bedeutung beimessen, viele klicken auch „Like“ bei der Todesmeldung eines Stars. Fragt man genauer nach, sind die wenigsten davon Zyniker, die es gut finden, dass der tot ist, sondern „liketen“ z.B. die schnelle Meldung … Seltsam, aber wahr.

Zumindest sollte man fairerweise die „Dislikes“ dagegenrechnen. Ach so, die gibt’s ja bei Facebook gar nicht… Wobei ein Blick in die Fanforen ja auch genügt.

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Gerda

Natürlich sind Wörter wie Mist oder Sch…… nicht die feine englische Art. Aber ihre Reaktion auf kritische Stimmen, die den Anstand bewahren, ist meiner Meinung nach nicht nur eine Spur zu sensibel. Haben Sie denn tatsächlich damit gerechnet, dass alle Zuschauerinnen und Zuschauer über diese Folge begeistert sein werden? Dann kann ich Ihnen eine grosse Portion Naivität nicht absprechen.
Ich selbst fand die Folge auch eher schlecht. Warum „eher“? Es hatte einige witzige Szenen, so als man Else hörte oder der Spruch über Annas Zickigkeit. Aber diese wenigen Szenen haben die Folge nicht geredet. Deshalb war sie in meinen Augen schlicht und einfach zum Vergessen.

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Michael

Dies ist ein Blogbeitrag, in dem ich meine Verwunderung ausdrücke über die Heftigkeit der Reaktion einiger Zuschauer auf besagte Folge. Ein Phänomen in meinen Augen. Mit keinem Wort bin ich auf Kritik an der Folge eingegangen. Deswegen setzt sich meine Verwunderung nun fort: Wo reagiere ich sensibel auf kritische Stimmen, die den Anstand bewahren? Wo deute ich an, dass ich erwartet habe, dass alle Zuschauer begeistert sind?

Ich glaube, es fühlen sich hier die falschen Leute angesprochen. Kritik, ja, gerne. Es ist – wie auch anderer Stelle gesagt – in der letzten Zeit nicht alles so gelaufen, wie auch ich mir das vorstellen würde. Daher WÜNSCHE ich mir konstruktive Kritik, leidenschaftlich für „ihre“ Serie kämpfende Zuschauer ja sowieso. Wir brauchen das! Aber mich würde auch freuen, wenn die Kritik nicht verbissen und beleidigend rüberkommt. DAS ist natürlich bei einem Medium wie dem Internet etwas naiv, aber wie gesagt: Man wird ja mal träumen dürfen. 🙂

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Liane

Ich glaube, dass die letzte Folge zu einem Großteil so „zerrissen“ wurde, weil auf die Zuschauer in diesem Jahr generell schon sehr viel „eingeprasselt“ ist und da brachte bei vielen die letzte Folge einfach das Fass zum Überlaufen. 

Ich habe das Gefühl, dass ein ganz neues Lindenstraße-Zeitalter angebrochen ist und die einst so „verstaubte“ (was ich in Bezug auf die Listra aber überhaupt nicht negativ finde, denn zu ihr passt es einfach und gehörte bisher auch irgendwie dazu) Lindenstraße mal ordentlich aufgepeppt werden sollte. 

Dazu gehört der Folgenrückblick, der, wie ich finde, viel zu schnelle Abspann, die HD-Technik mit den neuen „Farben“ und aus anderen Kameraperspektiven- und Techniken gefilmten Bilder, neue Hintergrundmusiken, da Jürgen Knieper als Komponist ja nicht mehr zur Verfügung steht, und noch so einige Dinge mehr. 

Dann am Sonntag diese „Comedy“-Folge und das Krasseste in den letzten 27 Jahren überhaupt: Der komplette Wegfall von zwei Folgen. Den Zuschauern wird Olympia als Grund des Ausfalls vorgeschoben.  Was für ein Grund wird in den nächsten Jahren herhalten müssen, um wieder zwei, oder gar mehr, Folgen nicht zeigen zu können? Ich habe nämlich das Gefühl, dass die ARD (bedingt durch die Quoten?) an der Lindenstraße sparen und somit kürzen möchte. 

Für mich ist die Lindenstraße im letzten Jahr extrem fremd geworden und dabei beziehe ich mich nicht einmal auf den Inhalt, sprich auf eure Autorenarbeit. 

Vielleicht brachte die letzte Folge bei vielen Fans einfach das Fass zum überlaufen (bei mir ist es schon längst übergelaufen) und ihr Autoren habt die ganze Kritik abbekommen, was vielleicht gar nicht so gemeint war. 

Aber aufgrund all dieser Neuerungen und Wegfälle, fand ich die letzte Folge einfach zu viel des Guten. 

Aber in der Folgenvorschau habe ich bereits gelesen, dass demnächst ein Handlungsstrang kommen wird, der mich brennend interessiert. Und ich bin schon wahnsinnig gespannt, wie ihr Autoren diesen umgesetzt habt und freue mich, dass er nach so vielen Jahren überhaupt noch mal aufgegriffen wird. 🙂

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Michael

Damit kann ich auf jeden Fall etwas anfangen. Auch wenn es natürlich – wie Du sagst – wenig angesprochene Punkte sind, die mit Autorenarbeit etwas zu tun haben. Aber – um auch das mal klar zu sagen – ich bin auch nicht irgendwie eingeschnappt oder besonders angegriffen durch die kritisierten Postings. Ich wollte nur auf ein Phänomen aufmerksam machen.

Und ja, ich glaube, wir kommen nun wieder in etwas ruhigere Fahrwasser und ICH freue mich auf die Geschichten, die anstehen! 🙂

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Liane

Das hast Du wirklich sehr schön und treffend geschrieben, amfenster. 🙂 Hätte glatt von mir sein können, denn vieles sehe ich ganz genauso.

Und es stimmt, durch diese ganzen Neuerungen gleicht sie die Lindenstraße immer mehr den Daily Soaps an. Sie macht nicht mehr ihr eigenes Ding, sondern meint in der Masse mitschwimmen zu müssen.

War früher die Lindenstraße das Vorbild für viele Soaps, hatte ich zumindest im Gefühl, scheint es heute genau das Gegenteil zu sein.

Die Listra orientiert sich an die, auf Hochglanz polierten, Daily Soaps. Und das finde ich wirklich sehr sehr schade.

Dass man mal ein wenig mit der Zeit gehen muss und nicht auf dem Stand der 80er und 90er Jahre stehen bleiben kann, sehe ich ja ein. Aber so viele Neueringen und „Andersartigkeiten“ sind einfach to much!

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David

Dein Beitrag spricht, wie schon gesagt wurde, sicher viele existierende Fakten und Probleme an. Die Serie ist meines Erachtens kaum noch mit der von, sagen wir mal: 1990, zu vergleichen. Was ich allerdings aus deinem Text beinahe als Mantra herauslese, ist: „Ich habe ja nichts gegen Veränderung, aber“. Nur: Wenn man genau hinliest, hast du einfach mal genau das. Das ist dir natürlich gar nicht vorzuwerfen, nur: Du solltest dann auch dazu stehen und dich nicht selbst in jedem zweiten Absatz wieder relativieren 😉

Ich persönlich hatte in den letzten Jahren und auch manchmal heute noch selbst den Eindruck, daß Speziell die Postproduction als Kind vom Weihnachtsmann im Zuge der HD-Umstellung ein paar tolle Plugins und Filter geschenkt bekommen hat, und mich hat so manches Mal speziell das Tonemapping viel zu sehr an „Verbotene Liebe“ und dergleichen erinnert. Mit Splitscreens und Jumpcuts und was sonst noch hat man es zeitweise wirklich massiv übertrieben und tut es bisweilen immer noch; ich habe zugegeben manchmal Mühe gehabt, nicht sofort an die frühen Jahre der „Kabelpilotprojekte“ zurückzudenken, wo von den neuen Fernsehquereinsteigern bei Offener Kanal, TD1 und sonstwo auch erst mal grundsätzlich alles verwendet wurde, was das Schnittstudio so hergab („weil es möglich war“).

Aber, die Hoffnung stirbt zuletzt: Die Jungs und Mädels in Köln hatten da ja vielleicht wirklich 10, 20 Jahre ihre alten Beta-Bandfresser rumstehen und sonst nicht viel, haben womöglich beim Stammtisch mit Kollegen aus anderen Produktionen immer neidisch geschaut und vielleicht ist es deshalb einfach menschlich, daß sie in ihrem Nachholbedarf dann in kürzester Zeit alles, was sie früher nicht konnten, jetzt auf Jück verbraten „mußten“? Wie alles im Leben wird sich das bestimmt einpendeln (was du ja selbst auch gegen Ende andeutest) und mal ganz ehrlich: Wenn im Gegenzug dafür Beimers Weihnachtsliedergejaule höchstens noch als selbstironische Verballhornung daherkommt, finde ich das unterm Strich eigentlich eine recht hoffnungsvolle Entwicklung, vor allem im Vergleich zu den vor 15-20 Jahren teilweise fremdschamwürdig auf Mem getrimmten ach-wie-witzigen Else Kling-Sprüche.

Und ich hoffe auch ganz ehrlich nicht, daß ausgerechnet Hans Beimers Gitarrenkünste das sind, was für dich den „Urmythos“ der Serie ausmachte 😉

Nüscht für ungut!

PS. „Ollilympia“ fand ich auch gruselig. Ja, ihr habt sie endlich mal gedreht, die Ausreißerfolge, und es sei euch Autoren auch von Herzen gegönnt. Und ich hätte die vielleicht auch witzig gefunden, aber „Olli“ hat das für mich unmöglich gemacht. Ich fand weder ihn, noch seinen Darsteller je lustig, auch nicht „kultig“ und genau so wenig „originell“. Und ich könnte mir vorstellen, daß das bei gar nicht so wenigen vielleicht ebenso der springende Punkt gewesen mag. Klar ist das total unfair, weil’s total subjektiv ist, aber so is dat eben manchmal im Leben, ne. 😉

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Schneidi°

Ich persönlich schätze die neue Bildtechnik HDTV ja auch sehr und genieße es, die Lindenstraße in HDTV zu schauen.

Dennoch frage ich mich, welche Auswirkungen es gehabt hätte, wäre die Lindenstraße in SDTV weiter produziert worden…?°

Hallo Michael – wie hoch sind in etwa die Mehrkosten pro Folge Lindenstraße in HDTV…?° Wären die beiden entfallenen Folgen Lindenstraße von den Kosten her realisierbar gewesen, würde man weiter in SDTV drehen…?°

Und wie wirkt sich HDTV auf Deine Arbeit als Autor aus…?°

Herzliche Grüße
Schneidi°

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Michael

Von finanziellen Fragen habe ich keine Ahnung. Ich bin doch nur der Autor. 🙂 Aber selbst wenn ich es wüsste: Solche Zahlen sind sicher nicht für die Öffentlichkeit gedacht.

Für meine Arbeit bedeutet HDTV keinen nennenswerten Unterschied.

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Maira

Ich muss mal kurz auf Ollilympia und die 500 „gefällt mir“-Klicks eingehen die heran gezogen werden um die vielen negativen Kommentare nieder zu machen.

Es gibt bekanntlich bei Facebook keinen „gefällt mir nicht“-Button. Somit stehen 500 positive Klicks NULL negativen gegenüber denn die anderen Zuschauer konnten ja nur schreiben das es ihnen nicht gefallen hat – und im Gegensatz zu den „gefällt mir“-Leuten sind die Negativler nicht einmal anonym. Ich bin sicher, es wären sonst noch viel mehr als es eh schon waren.

Vielleicht sollten sich die Autoren einmal ein paar alte Folgen ansehen damit sie wieder wissen wie man eine (Dauer-)Serie inhaltlich gestalten muss damit sie beim Zuschauer positiv ankommt. Nicht alles war gut (ich denke mit Schaudern an die Seifenkiste) aber es war wesentlich mehr aus dem Leben gegriffen als heutzutage wo manche Themen sogar plötzlich im Sand verlaufen und nicht aufgeklärt werden.

Ich weiss übrigens was ich beurteile, ich bin Zuschauer der allerersten Stunde und habe bisher nicht viele Folgen verpasst. Lasst die Lindenstrasse wieder realistisch werden! Sonst stirbt sie mangels Einschaltquotzen denn auch der harte Kern der Fans gibt sich irgendwann geschlagen, hat genug von dem heutigen Wischiwaschi und schaltet nicht mehr ein.

Es grüsst herzlich,
Maira – ein Fan von Beginn der Serie bis heute…. mit abnehmender Tendenz

Antworten
Michael

Liebe Maira, bitte lies doch auch noch einmal meinen Beitrag. Die 500 Klicks werden nicht herangezogen, um negative Kommentare „niederzumachen“. Wie schon vielfach erwähnt, habe ich nur darauf hingewiesen, dass es AUCH Leute gab, die die Folge mochten. Das und nichts anderes belegen die 500 Klicks. Auch wenn es GANZ VIELE Leute gibt, die die Folge nicht mochten. Auch wenn es sicher Leute gibt, die einfach so auf „gefällt mir“ klicken und es nicht so meinen. Und auch wenn das ganz und gar keinen wissenschaftlichen Ansprüchen genügt. Es sagt – in meinen Augen – einfach nur aus, was auch einzelne Kommentare hier und anderswo belegen: So mancher mochte die Folge. Und mich verwundert deswegen die aggressive und ausfallende Kritik einiger Leute. Weil sie sich überhaupt nicht damit auseinander setzen, dass andere Zuschauer anders denken. Und so tun, als ob die „Lindenstraße“ ihnen alleine gehört … DAS steht oben in dem Posting.

Antworten
Maira

Lieber Michael, es wird immer Leute geben die etwas mögen auch wenn die grosse Masse etwas ablehnt – und umgekehrt. Man kann, je nach Gutdünken, dann der einen oder der anderen Seite den Vorzug geben…

Ollilympia war nicht schlecht, für sich genommen sogar eine sehr nette Kurzgeschichte. Wohlgemerkt: für sich genommen. Als Folge einer seit 1985 laufenden Serie hat es jedoch nicht gepasst. Meine Ansicht 😉

Ich habe mich gefreut Olli wiederzusehen. Allerdings hatte ich, wie wohl viele Zuschauer, auf einen gänzlich anderen Handlungstrang gehofft. Wir werden diesen wohl nie erleben es sei denn die Macher dringen tief in die Vergangeheit der Lindenstrasse ein und bringen den ganz grossen Knüller: die Auflösung der Bratpfanne. Kann man das Vertuschen eines „Schlages mit Todesfolge“ (wobei sich die Frage aufwirft ob Steinbrück wirklich tot war) in einer Familienserie tatsächlich unaufgeklärt im Raum stehen lassen? Wurde uns da nicht der perfekte Mord gezeigt? Ich bin auf ihre Antwort gespannt!

Es grüsst ganz herzlich, Maira

Antworten
Michael

Mord?? Aber ich bitte Dich, das war eindeutig Notwehr! 🙂

Ich reise allerdings schon sehr gerne in die Vergangenheit. Wir werden sehen …

Antworten
Maira

Lieber Michael, egal ob Mord oder Notwehr – Steinbrück wurde heimlich auf den Schienen entsorgt.und spätestens damit wurde eine kriminelle Handlung begangen. Es bleibt auch nach wie vor die Frage offen ob er wirklich tot war denn weder Lisa noch Olli waren in ihrer Panik in der Lage das genau zu beurteilen. Somit könnte es durchaus ein Mord gewesen sein 😉 Es wäre wirklich ein Highlight und damit ein Zuschauermagnet wenn dieser Fall noch einmal zur Sprache käme. Wie bereits gesagt, uns wurde im besten Familienprogramm der perfekte Mord – *sorry* die perfekte Vertuschung nach einer Notwehr mit Todesfolge – gezeigt!

Reisen Sie in die Vergangenheit, lieber Michael, und holen Sie die verflixte Bratpfanne hervor 🙂

Es grüsst ganz herzlich, Maira

Zora

Ich glaube, ich würde diese alte Szene nicht wieder rauskramen und den Toten ruhen lassen. Denn wenn ich sehe wie jetzt schon die Meinungen auseinander gehen bei aktuellen Handlungssträngen, dann kann ich mir sehr gut ausmalen wie diese spezielle Folge dann zerrissen werden würde. Der oder die arme Autor/in würde ich dann nicht sein wollen. Wir haben halt nicht nur ca. 81.000 Millionen Fußballtrainer hier…..
Den einen war die LS früher zu alt und verstaubt, den anderen ist sie heute zu modern. Früher war alles zu langatmig und langweilig heute geht alles zu schnell.
Früher waren es verstaubte und schlecht ausgeleuchtete Kulissen, heute ist alles zu stylisch und modisch. Man kann es halt einfach nicht allen recht machen!
Ich persönlich finde z.B. nicht, dass die LS auf das gleiche Niveau abgerutscht ist und den „Jugendwahn“ hat wie andere daily Soaps. Nur weil auch ein paar der jüngeren Bewohner im Handlungsgeschehen zu sehen sind, soll doch nicht die Jugend angelockt werden, diese Teenies und jungen Erwachsenen leben halt einfach auch in der Straße und es währe doch wohl völlig unrealistisch diese nicht mit einzubinden und zu zeigen oder? Also ich finde die Zuschauer machen es dem LS-Team echt nicht einfach. Ich glaube da würde alles Bemühen nichts nutzen, irgendwer hätte immer mal was zu motzen.
Wobei Kritik ja auch wichtig und sinnvoll ist, aber gerade bei dieser, unserer Serie ist es halt einfach unheimlich schwer. Der eine möchte Dramatik, weil sonst ist es zu langweilig, der andere sagt wieder „bloß nicht so viel Dramatik“ das habe ich schon im realen Leben genug. Der eine mag die Rolle XY und findet AB doof, beim anderen ist es genau anders herum.
Ich bewundere die Autoren und Schauspieler sehr, denn sie sind die, die immer am Meisten einen drauf bekommen. Vielen Dank für ihr dickes Fell und Durchhaltevermögen Herr Meisheit!!

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