Hit the road, Jack

In der Fahrschule wird man ja nicht wirklich aufs Leben vorbereitet. Ich hätte da ein paar Vorschläge, welche zusätzlichen Aufgaben für die Führerscheinprüfung noch eingeführt werden sollten, um gerade zukünftigen Eltern das Rüstzeug mitzugeben, das es nun einmal braucht:

  1. Ein Baby in der Babyschale auf dem Beifahrersitz mit Rasseln, Brillenetuis oder geschüttelten Wasserflaschen beruhigen, während man die Autobahn entlang braust. (Für Fortgeschrittene: Bei Tempo 180 (weil man endlich ankommen will!) auffinden von weggeschleuderten Spielzeugen irgendwo im Fahrzeug-Innenraum.)
  2. Absingen einer Auswahl von Kinderliedern von „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ bis „Nur Shaun das Schaf ist Shaun das Schaf“ plus Grundlagen der Arbeit eines Clowns, um Kinder bei Laune zu halten. (Für Fortgeschrittene: Plötzliche Verlängerung des Programms um zwei Stunden wegen Vollsperrung der Autobahn.)
  3. Packen des viel zu kleinen Kofferraums mit Kinderwagen, Koffern, Buggy, Reisetasche, Wasserkasten usw. Vorübungen mit „Tetris“ sind erwünscht.
  4. Einhändig Wasserflasche öffnen, Wasser in Tasse schenken und nach hinten reichen. (Für Fortgeschrittene: Wechseln durchnässter Klamotten in voller Fahrt.)
  5. Über den Rückspiegel erkennen, ob Hustenanfall nur einem zu schnellem Verschlingen der Brezel geschuldet ist oder tatsächlich die Erstickung droht. (Für Fortgeschrittene: Wiederbelebung auf dem Standstreifen.)
  6. Einführung in die Bauweise gängiger Autotypen, um Kleingeld oder Smarties aus den Lüftungslamellen der Klimaanlage herausfischen zu können.
  7. Grundwissen über alle Autobahnraststätten Deutschlands, die über ein adäquates Kinderprogramm (Spielpatz, Hüpfburg, Nudeln) verfügen, um Enttäuschungen vorzubeugen.
  8. Einführung in die Welt der Kindersitze. (Für Fortgeschrittene Übungen wie: Ich fahre mit drei Kinder im Alter von 1, 3 und 5 in den Urlaub – welches Auto muss ich mieten, um passende Kindersitze und Kinderwagen unterbringen zu können.)
  9. Belastungstest für die akustische Wahrnehmung während einer Autofahrt: Babyschreien plus wiederkehrende Fragen eines Dreijährigen plus Kinderlieder vom iPhone-App plus Hupen eines LKWs, weil man die Spur nicht halten kann. (Für Fortgeschrittene: Aromatische Ergänzung durch zwei volle Kacki-Windeln.)
  10. Das Gefühl genießen lernen, wenn beide Kinder schlafen und man die kleinen Weltwunder lautlos und sicher an ihr Ziel bringt …

2 Kommentare

Meikel

Ergänzend zu Punkt 9 und 10: wenn man sich nach einiger Zeit an den gleichförmigen Audiopegel gewöhnt hat, lärmt einen plötzlich die ARI aus der Lethargie mit „Hier ist der XY-Verkehrstower mit dem besten Service – alles frei, gute Fahrt! Wenn auch Sie Blitzer oder Staus…“. Das ganze natürlich mit einem mit wummernden Bässen unterlegten Musikbett.

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Michael

EIN Grund, warum wir uns in Sachen Verkehrsstörungen nur auf das Navi verlassen. Allerdings ist man dann manchmal auch verlassen …

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