Anmerkungen

Zur Zeit trudeln bereits die ersten Anmerkungen der Testleser für meinen Roman „Soap“ ein. Und auch hier im Blog gibt es ja schon reichlich Anmerkungen zu den bisher vorab veröffentlichen Kapiteln. Anmerkungen, die ich bei der letzten großen Überarbeitung des Manuskripts berücksichtigen werde. Denn es sind Anmerkungen, die mir wirklich weiterhelfen. Ich war in den letzten Wochen immer wieder erstaunt, wie hilfreich, vor allem aber auch freundlich die Anmerkungen sind, die ich von den Bloglesern bekomme. Jetzt werden viele sagen: „Freundlich“ ist ja wohl das Mindeste. Dann werde ich sagen: Ihr habt wohl noch nie als Drehbuchautor gearbeitet!

Natürlich gibt es eine ganze Menge von Produzenten, Redakteuren und Dramaturgen, die großartige Arbeit machen, sehr freundlich sind und einem wirklich weiterhelfen. Ich hatte das Glück, vielen davon in meiner Arbeit zu begegnen. Aber jeder Drehbuchautor wird mir beipflichten, dass es da draußen in den Sendern und Firmen eine ganze Reihe von Leuten gibt, die einen als Autor in den Wahnsinn oder die Depression treiben können. Oder beides.

Ein guter Autor gibt in seiner Arbeit sehr viel von sich preis. Er arbeitet mit Herzblut an seinen Texten, lässt die Hosen runter und macht sich sehr angreifbar. Man sollte meinen, dass es deswegen selbstverständlich ist, dass ein Leser dieser Texte einem freundlich erklärt, warum er den Text nicht mag. Bzw. dass er überhaupt erst einmal ernsthaft versucht, den Text und seine eventuellen Probleme zu verstehen. Das gilt in besonderem Maße für Leser, die sich selbst als Profis bezeichnen. Umso erstaunlicher ist es, wieviele Leute über Texte mit beleidigenden Worten herziehen, als ob der Schöpfer gar nicht im Raum sitzen würde. Oder – vielleicht noch schlimmer –  Leute, die offensichtlich keine Ahnung von Dramaturgie und den Problemen beim Schreiben haben, aber einem vom ersten Moment an versuchen, die Welt zu erklären.

Glücklicherweise war ich meistens in der Position, dann „Auf Wiedersehen“ sagen zu können (was manchmal auch zu erstaunlichen Kehrtwendungen auf der anderen Seite geführt hat). Aber oft genug ist man als Autor der Dumme, weil man ja schließlich von diesen Leuten auf der anderen Seite des Schreibtischs abhängig ist. Aus dem Grund soll es hier anstelle von realen Beispielen stellvertretend einen Sketch geben, den ich sehr liebe – leider nur auf Englisch, aber wahr, so wahr …

 

 

5 Kommentare

Anja

LOL – na, dann brauch ich mir ja keine Sorgen zu machen, dass Du meine Anmerkungen evtl. nicht verstehen könntest 🙂

Schönen Feiertag (hoffentlich wieder zu Hause)!

Anja

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Michael

Ne, wir kennen hier keine Feiertage und nichts. Aber wir sind im Endspurt. Freitag geht es (so wir nicht an irgendeinem Plot hängen bleiben) wieder nach Berlin.

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Michael

Von Edith:

Jetzt hab ich den Film auch gesehen.
Ja, soviel zum Thema „Briefing“. 😀
Dass man hinterher dasitzt und ums Verrecken nicht weiß, was eigentlich von einem erwartet wird – auch Nachfragen hat nix gebracht – habe ich auch schon erlebt, aber zum Glück recht selten.

Sollte zufällig mein Listra-guckender Ex-Kollege hier mitlesen, sag ich nur: „Virtual Realitiy“. Das war auch so’n Höllending von Projekt. Ist meines Wissens nach dann auch nie realisiert worden.

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Michael

Könnte diejenige, die versucht, hier Kommentare zu posten, mal eine existierende E-Mail-Adresse angeben, dann erhöhen sich auch die Chancen, dass aus dem Posten etwas wird! 🙂

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