Der Preis

Heute kommen wir bei der Vorbereitung auf die Veröffentlichung von „Soap“ zu einer der wichtigsten Fragen: Was soll der Roman denn nun kosten? Dafür bin ich sehr auf die aktive Mithilfe möglichst vieler Leser angewiesen – denn der falsche Preis könnte fatale Folgen haben. Gleichzeitig möchte ich mit diesem Beitrag beginnen, alle finanziellen Fragen rund um „Soap“ transparent zu machen.

Zunächst einmal: Für mich ist nun klar, dass der erste Schritt bei der Veröffentlichung sowohl beim Taschenbuch als auch beim eBook über Amazon führen wird. Später können eventuell noch andere Wege hinzukommen, aber für den offiziellen Erscheinungstermin am 30. November konzentriere ich mich auf Amazon.

Es gilt nun, für beide Publikationen einen Preis festzulegen, der mehreres erfüllt. Er darf natürlich nicht zu hoch sein, so dass er Käufer abschreckt. Bei einem Debütroman von einem mehr oder weniger unbekannten Autor gilt dies besonders. Das ist klar. Allerdings sollte er gleichzeitig einen Gewinn für den Autor ermöglichen. Das hat weniger mit Raffgier zu tun, als damit, dass ich mit diesem Experiment ja auch ausprobieren möchte, ob ein Autor beim Selfpublishing einen so ernstzunehmenden Gewinn machen kann, dass sich die Sache lohnt. Dabei geht es nicht darum, dass er alleine davon leben können muss – das können auch die meisten Autoren von Publikumsverlagen nicht – aber es sollte ein Gewinn entstehen, der zufriedenstellend für die Arbeit entlohnt. Und – das ist in diesem Fall ganz wichtig – zumindest die getätigten Investitionen ausgleicht. Auch wenn ich zahlreiche kostenlose Unterstützung von Freunden und vor allem den Lesern hier im Blog bekomme, habe ich diverse Ausgaben – besonders im Bereich Marketing. Zum Beispiel werde ich eine Reihe von Büchern kostenlos abgeben, als Rezensionsexemplare, für Testleser, als Dankeschön für geleistete Arbeit oder bei Gewinnspielen. Auch wenn ich die Bücher günstiger bekomme, können alleine dafür schnell mal 300 bis 400 Euro anfallen.

Mein Wunsch ist es also, pro Buch mindestens einen besser aber zwei Euro einzunehmen. Zur Zeit habe ich das Etappenziel, 500 Bücher (egal ob Taschenbuch oder eBook) zu verkaufen. Das halte ich bei den mir zur Verfügung stehenden Kanälen mit etwas Glück für möglich, auch wenn dafür noch eine Menge Arbeit vor mir liegt. Damit könnte ich – bei zwei Euro Gewinn pro Buch – 1000 Euro einnehmen, was wahrscheinlich ungefähr meinen Gesamtausgaben bis dahin entsprechen wird. Wenn der Verkauf mehr Richtung 1000 Exemplaren gehen würde, ginge ich dann auch in eine ernsthafte Gewinnzone. Alles darüber wäre dann sowieso traumhaft.

Wenn ich es richtig einschätze, würde die Veröffentlichung des Taschenbuchs über die Amazon-Tochter Createspace erst ab ca. acht Euro überhaupt die Druckkosten decken. Das wäre also hier das Minimum. Alles darüber wäre mein Gewinn. Wobei ich die genauen Zahlen erst weiß, wenn der fertige Roman in deren System hochgeladen ist – es hängt sehr von der Seitenzahl ab. Naheliegend, dass ich hier die klassischen 9,90 Euro anpeile. Das klingt für mich gut, sieht gut aus und würde einen schönen Gewinn pro Buch ermöglichen.

Etwas schwieriger ist es beim eBook. Amazon gibt hier für die von mir angestrebte 70%-Tantiemen-Option einen Mindestpreis von 2,60 Euro vor. Viele Bücher, die im Selfpublishing ausschließlich als eBook herausgegeben werden, kosten daher 2,99 Euro. Dies würde tatsächlich auch schon eine Einnahme pro Buch von zwei Euro ermöglichen. Mein Problem ist nur, dass sich bei einem Taschenbuch für knapp zehn Euro und einem eBook für drei Euro ein komisches Bild ergibt. Als ob das Taschenbuch völlig überteuert wäre. Die Publikumsverlage verkaufen ihre eBooks in der Regel für nur 20% oder 30% weniger als das Taschenbuch. Das wären dann bei mir sieben oder acht Euro. Aber ist das für meinen Fall nicht viel zu viel?

Deswegen meine Frage an die Runde: Was würdet Ihr maximal für ein Buch wie „Soap“ ausgeben? Aus dem Bauch heraus – ohne jetzt konkret meinen Überlegungen zu folgen oder ihnen zu entsprechen. Auch für das eBook, selbst wenn ihr das Taschenbuch bevorzugt. (Wer mit eBooks gar nix anfangen kann, kann auch nur beim Taschenbuch abstimmen). Dafür gibt es auf der Startseite in der rechten Spalte eine Abstimmungen. Hier kann man max. zwei Stimmen vergeben, die man bitte auf eBook und Taschenbuch verteilt. Es wäre für mich wirklich super hilfreich, wenn wieder möglichst viele Leute mitmachen. Darüberhinaus freue ich mich über Meinungen zu meinen Überlegungen sowie Vorschläge und Erfahrungswerte in den Kommentaren.

Abstimmen kann man nur auf der Startseite. In der rechten Spalte bzw. bei Handheld-Geräten ganz unten.

19 Kommentare

M.

E-book-technisch bin ich leider nicht sonderlich bewandert, von daher kann ich nur einen Kommentar zum „echten“ Buch abgeben.

Ich fände die 9,90 € grds. OK, weil das dem Preis anderer Taschenbücher entspricht. (Un)bekannter Autor hin oder her.

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Daniel

Lieber Micha,

9,90 für die Printversion finde ich genau richtig.

iTunes hat gerade seine Preise für Musik erhöht und ich sehe keinen Anlass, warum Du den Preis für das eBook so niedrig setzten solltest. Geh doch einfach einen Tick unter der Norm, mach 5,99, also 60 %. Ist einfach wertiger.

Gruß aus Peru,

Daniel

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Anja

Hm… schwierig. Also 9,90 Euro für die Printversion finde ich auch völlig ok, vor allem gemessen an der Seitenzahl. Das ist ein Preis, den man als Leser auch zahlt, wenn man nicht genau weiß, was auf einen zukommt und einfach nach dem Klappentext kauft. Das geht mir zumindest so. Preise über 10 Euro würden mich da doch eher abschrecken (es sei denn, das Buch hat wesentlich mehr Seiten).

Beim eBook denke ich: verkauf es nicht zu „billig“. Ich habe zwar keinen Kindle und auch sonst keinen eReader, aber ich habe mir die Kindle-Version für PC mal heruntergeladen und gleich nach kostenlosen eBooks geguckt. Und auch nach Schnäppchen (dazu würde ich alle unter 5 Euro zählen). Bei den Kostenlosen sind bekanntermaßen viele „Klassiker“ dabei, also echt Schinken von Anno 18hundertSchlagmichtot. Das läuft ohnehin außer Konkurrenz. Bei den Schnäppchen sind aber durchaus auch neuere Sachen vertreten – wo ich jedoch oftmals den Beigeschmack hatte von „Na, das will wohl keiner!“.

Sicher ist es eine schwierige Entscheidung. Aber ich finde, es bringt nichts, sich unter Wert zu verkaufen. Und: was nichts kostet, ist oft auch nichts. Oder leben wir doch noch in der Geiz-ist-geil-Zeit? Ich glaube nicht – jedenfalls zähle ich mich nicht dazu, und (was ich so bisher an Kommentaren gelesen habe) auch nicht sooo viele Deiner derzeitigen Blog- und späteren Roman-Leser. Oder was denkst Du? Den eBook-Preis würde ich daher bei 5,99 Euro ansiedeln. Zur Not: runtergehen kannste immer noch! 😉

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Büchermaus82

Hallo Michael,
auch ich habe mir deine Überlegungen ganz genau durchgelesen und denke das für ein Taschenbuch 9,90 Euro völlig normal sind und egal, ob bekannt oder unbekannt.

Ich lese sehr viele Bücher mit dem E-Reader und muss sagen, dass es bei vielen preislich keinen Unterschied gibt. Vielleicht mal 1 – 2 Euro, aber nicht immer. Von daher würde ich für das EBook einen Preis von 7,90 Euro ansetzen. Ich finde es nicht zuviel und es ist immerhin noch 2 Euro unter der Printversion. Zu billig würde ich es nicht anbieten, denn dann denken einige „Das Ebook wird so günstig rausgehauen, also kann das Buch nicht wirklich was taugen“. Zumindest denke ich so, wenn die Printausgabe fast 10 Euro kostet und das Ebook dann nur 2 – 3 Euro.

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Zora

Hallo Michael!

Ich hab mir ebenfalls mal meine Gedanken dazu gemacht und bin auch der Meinung, 9,90 € für die Printausgabe ist ein guter und realistischer Preis. Anja hat Bezug auf die Seitenzahl genommen, die kennen wir nicht testleser ja nicht oder? Dazu viel mir nur ein, wenn es etwas dicker als ein durchschnittliches Taschenbuch ist, könntest du sogar auf 11,90 € gehen.
Bei den e-Books kenne ich mich nicht so gut aus und hab mal gestöbert. Ich denke, da solltest du nicht unter 4,99 € gehen. Den Gedanken sich nicht zu billlig zu verkaufen finde ich auch sehr wichtig. Außerdem könnte ich mir vorstellen, dass dieses „unter 5 €“ bei vielen zieht, gerade in der Vorweihnachtszeit. Für mich persönlich wären 5,99 € auch noch im Rahmen, alles darüber würde ich mir schon zweimal überlegen.

So nun grübel und kalkulier mal schön 😉
PS: Wie bekommt man eigentlich so einen schönen Avatar hin wie z.B.: Anja?
LG

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Sabine Kern

Also, ich finde 9,99 Euro für ein Taschenbuch völlig in Ordnung. Und selbst, wenn Du als Romanautor noch unbekannt bist – spätestens dem Klappentext kann der geneigte Leser entnehmen, dass Du kein blutiger Anfänger bist und der Preis daher berechtigt ist.

Ich würde die Spanne zum eBook auch nicht zu groß machen. Ich selber gebe durchaus 5,99 Euro (oder auch 6,99 Euro, wenn es mich sehr interessiert) für ein eBook aus, ich glaube, in diesem Bereich bewegen sich auch viele. 2,99 Euro sieht irgendwie zu billig aus… 😉

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Tanja

Also ich fände das mit dem hohen Preisunterschied zwischen ebook und Taschenbuch überhaupt nicht schlimm!
Das macht für mich den Vorteil eines ebooks überhaupt aus. Ich bin jedes Mal sauer, wenn ich ein ebook bei Amazon kaufen möchte und dieses dann genau so viel kostet (oder nur 1€ weniger oder sowas) wie die Taschenbuchausgabe. Dann kann ich der ‚Industrie‘ auch nicht helfen, wenn die Anzahl der illegalen Downloads der ebooks ansteigt. Das Problem ist dann nämlich selbstgemacht. Aber darum geht es hier nicht.
Was ich sagen will: 2,99€ bis 4,99€ sind für ein ebook vollkommen okay bei gleichzeitigem Taschenbuchverkauf mit einem Preis von 9,90€ oä.
Wobei ich in diesem Fall (Debutroman etc)bei einem ebook eher zu 2,99€ tendieren würde.

Viel Erfolg noch!

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Julia (LeseJulia)

Da würde ich mich vollkommen anschließen…
Ich würde vor allem das ebook nicht teurer als 5€ machen.
Denn du bist ein unbekannter Autor und ich denke der preis hat nix mit Qualität zu tun, ich habe mir schon öfter 2,99€ Ebooks von unbekannten Autoren geholt und war meist ziemlich überrascht(wie toll die Bücher waren und auch mit vielen Seiten), wobei ich auch schon richtig fies reingefallen bin bei selfpub-ebooks, die über 5 euro hatten, die totaler Murks waren, da hab ich mich total geärgert.
Daher lieber eine große Spanne zwischen ebook und TB, wenn der Gewinn der gleiche wäre. Denn mal angenommen ich kaufe mir das ebook für 3 Euro, du hast dabei 1-2€ Gewinn, und mir gefällt das Buch, dann empfehle ich es weiter und Freund X kauft es sich auch als Ebook (oder TB), dann haste schon mind. 2 Verkäufe. Kaufe ich mir das TB, weil die Preisspanne zu gering ist und mir gefällt das Buch, dann verleihe ich es an den Freund X, der kauft es dann wohl nicht! Somit wäre das nur 1 verkauftes Exemplar.
(ich hoffe die Gednaken sind nachvollziehbar beschrieben)

Ich denke das ebook MUSS deutlich billiger sein als ein Taschenbuch, denn es hat einfach den Nachteil, dass ich es nicht wieder verkaufen kann oder weiterverleihen kann, wenn es mir nicht gefällt oder ich andere von diesem Autor überzeugen will.

Ich plädiere dafür, dass Taschenbuch für maximal 10,95€ rauszugeben und das ebook für maximal 4,99€, eher 2,99€!

LG, julia

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Klaus M.

Servus Michael,

Ich denke, dass ich mich mit Recht als Bücherwurm bezeichnen darf. Und ehrlicherweise habe ich bei einem gekauften Buch noch nie auf den Preis geschaut. Denn ich fände es schade, dass mir ein gutes Buch durch die Lappen geht,nur weil ich es zu teuer finde. Wobei ich schon stutzig werden würde, wenn ein Taschenbuch mit vielleicht 100 Seiten 3 mal so viel kostet als eines mit 500 Seiten. Anyway – ich denke, dass du ja schon gute Ratschläge bekommen hast. Da ich ja nun weiss, wann du dein Buch herausbringen willst, warte ich auf jeden Fall noch mit meiner „Groß“- Bestellung bei Amazon.

Herzliche Grüsse
Klaus

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Julia

Hallo, ich lese schon seit einiger Zeit Dein tolles Blog, habe aber noch nie einen Kommentar hinterlassen. Auf Anhieb (und bevor ich Deine Überlegungen zum Preis gelesen habe) habe ich an 12,90 für das Taschenbuch und vielleicht 9,90 oder 8,90 für das E-Book gedacht. Ich würde den Unterschied zwischen den beiden nicht zu groß machen und auch nicht versuchen, über den Preis zu verkaufen. Wenn das E-Book nur um die 3 Euro kostet, sieht es für mich so aus, als wäre auch nur für 3 Euro Unterhaltung drin. 😉 Ich frage mich manchmal, warum Selbstverleger ihre Bücher so verschleudern. Ich persönlich kaufe Bücher nicht, weil sie günstig sind, sondern weil sie mich interessieren. Interessieren sie mich nicht, dann ändert das auch ein niedriger Preis nicht.

Verkauf Dich nicht unter Wert. Und mach weiter so. 🙂

Antworten
Michael

Danke für die lieben Worte!

Warum die Selbstverleger bei eBooks oft so günstig sind: Du hast ohne Werbemaschine eines Verlages oft kaum eine andere Chance, überhaupt erste Leser zu finden. Und ohne die gibt es keine Rezensionen und andere Hilfestellungen. Ich verstehe das schon.

Allerdings ist mein Projekt ja etwas anders gelagert. So viele selbstverlegte Romane, die gleichzeitig als Taschenbuch UND als eBook herauskommen, habe ich in Deutschland noch nicht gefunden.

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