Outtake

Als wir die Buchtrailer für „Soap“ gedreht haben, gab es diesen Schlüsselmoment. Kurz nacheinander musste ich dem Kameramann Arev den genauen Bildausschnitt erläutern, den letzten Take von Schauspieler Simon korrigieren, dem Making-of-Filmer und Standfotografen David ein paar Vorschläge machen und meiner Frau Yeşim im Nebenzimmer erklären, wann ihr Einsatz mit dem Anruf sein soll. Das ging Schlag auf Schlag. Dabei dachte ich – und sagte es auch laut: „Ich komme mir vor wie ein Regisseur“.

Es gibt Neuigkeiten, Michael: Du BIST ein Regisseur. Und ein Produzent, Verleger, Setzer, PR-Experte, Logistik-Zentrum noch obendrauf. Von Autor mal ganz zu schweigen. Das kommt davon, wenn man zum Selbstverleger wird. Und auch wenn mir klar war, dass dies mit etwas mehr Arbeit verbunden ist, muss ich mittlerweile sagen: Ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich da eingelassen habe.

Mein Sohn kennt mich nur noch mit dem Finger am iPhone oder flinken Händen am Laptop, wo ich eine Statistik-, Verkaufs-, Forumsseite nach der anderen durchklicke. Wenn er auf meine Schoß sitzt und das Cover von „Soap“ irgendwo erscheint – und das tut es SEHR häufig – sagt er jedes Mal: „Da ist der auf der Seife ausgerutscht!“. Ich sage dann immer geduldig „Ja“ und er fügt euphorisch an: „Das ist Papas Buch!“. Auch dazu kann ich nur nicken und mich wundern, dass ihm das nicht irgendwann mal langweilig wird. Mir wird es nach wie vor nicht langweilig. Ich könnte mich stundelang damit beschäftigen, über meinen Roman zu chatten oder neue Ideen auszubrüten, wie ich ihn weiter verbreiten kann. Wenn ich diese Stunden nur hätte.

Aber nun habe ich ja noch dieses und ein weiteres Kind, die dank Winter gerade ein ums andere Mal krank werden. Und ich hab ja auch noch meinen „Day-Job“ bei der „Lindenstraße“, der eine kleine Pause vertragen konnte, aber ab sofort auch wieder fordernder wird. Natürlich kann ich auch nicht jeden Abend bis nach Mitternacht als Handlungsreisender durch die Internetwelt jetten. Sonst zeigt mir meine Familie und / oder mein Körper irgendwann den Vogel. Ein wenig muss ich „Soap“ nun also seinen eigenen Weg gehen lassen.

Bisher wurden – innerhalb von fast drei Wochen – 120 Exemplare verkauft. Das ist für den Anfang nicht schlecht, aber die großen Fragen sind nun: Geht es nach den Anfangsverkäufen – die sicher zum großen Teil auf Freunde und Blogleser zurückzuführen sind – so weiter? Wird das Weihnachtsgeschäft sich irgendwie bemerkbar machen oder an mir vorbeiziehen? Gibt es auch ein Leben ohne stündliche Aktualisierung der Amazon-Charts?

Als wir die Buchtrailer für „Soap“ gedreht haben,  ist auch mal etwas schief gegangen. Erstaunlich wenig, wenn man ehrlich ist. Was hauptsächlich an unseren hochprofessionellen Schauspieler Simon Mantei gelegen hat, der geradezu unheimlich präzise war. Aber ein paar Outtakes hat er uns doch noch gegönnt. Die kann man sich nun hier anschauen. In einer Rohversion, die dann auch mal ein wenig vermittelt, was Kay Schütze in der Nachbearbeitung noch so alles geleistet hat. Und das alles macht dann auch wieder klar: Man kann bei solch einem Projekt noch so viel selbst machen – alleine schafft man es nie.

 

 

 

P.S.: Heute gibt es übrigens noch eine Sonderaktion für „Soap“. Wer gerne seinen Lieben ein Exemplar von „Soap“ mit einer persönlichen Widmung vom Autor zu Weihnachten schenken möchte, hat JETZT die Chance, gewidmete Bücher zu bestellen! Aber nur kurze Zeit, denn ich bin bald für eine Weile verreist. Also bitte bis Donnerstagabend (13.12.) eine Mail an michael@michaelmeisheit.de schicken. Der genaue (sehr einfache) Ablauf wird dann erklärt – ein Amazon-Account wäre aber schon erforderlich.

 

3 Kommentare

Andrea

Ich habe noch nie auch nur eine einzige Serie der Lindenstraße gesehen. Ich bin eine Leseratte. Fernsehserien interessieren mich nicht, schon gar nicht Soaps. Auf Twitter bin ich zufällig über einen Hinweis auf „Soap“ gestolpert und habe mir das E-Book aus reiner Neugier gekauft.
Hey, es ist klasse! Ich habe es fast am Stück verschlungen! Es ist flott und spannend geschrieben und die Einblicke hinter die Kulissen sind sehr interessant. Ich werde es in jedem Fall weiterempfehlen …

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Michael

Das freut mich sehr! Danke!

Es ist auch wirklich nicht nötig, dass man dafür Serien gucken oder lieben muss. Man liest ja auch Krimis, obwohl man kein Kommissar / Mörder ist. 🙂

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Andrea

Das stimmt! 😀 Sollte ich mich aber nun doch einmal in so eine Fernsehserie verirren, werde ich sie dank „Soap“ mit ganz anderen Augen anschauen. 🙂

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