Der erste Monat

Wie war mein erster Monat als Buchautor und Verleger? Aufregend, arbeitsreich, motivierend. Am 23.11. erschien „Soap“ als Taschenbuch und eBook. Hier eine kleine Zusammenfassung, was danach folgte:

Die Verkaufszahlen

Die erste Frage ist immer die nach dem Verkauf. Wie läuft das Buch? Nach wie vor würde ich sagen: Es läuft okay. Für den Anfang und meine eher bescheidenen Werbemittel sogar sehr gut, aber Ruhm und Reichtum sind noch nicht in Sicht. In Zahlen bedeutet das bezogen auf gestern Abend (also nach exakt einem Monat):
166 verkaufte Exemplare von „Soap“ insgesamt. 118 Taschenbücher und 48 eBooks.
Der beste Verkaufsrang beim Taschenbuch war meines Wissens Platz 3.047. Der für das eBook Platz 700. Sollte ich ein Jahr lang jeden Monat 166 Exemplare verkaufen, würde ich schon den oder anderen Sekt aufmachen. Wir werden sehen …

eBook 700 : 26

 

Das Leser-Feedback

Der Griff nach den Sternen war bisher beachtlich. Es gibt bereits 13 Rezensionen auf Amazon. Alle vergaben fünf Sterne. Was bereits dazu führt, dass „Soap“ in mancher Kategorie weit oben geführt wird – wenn man nach „Kundenbewertung“ sortiert. Auch wenn ich nach wie vor alle Rezensenten zuordnen kann (Blogleser, Twitter, Lovelybooks …), kann ich versichern, dass es keine Gefälligkeitsbewertungen sind. Schließlich haben alle „Soap“ übers Internet selbst entdeckt. Bis auf einen ist niemand aus meinem Freundeskreis dabei – und der wollte nun mal gerne etwas schreiben, weil er das Buch toll fand. Klar ist aber auch: Das Crowdsourcing zeigt hier seine wahre Stärke. Ohne die Begleitung von „Soap“ im Blog oder anderswo hätte ich als unbekannter Autor ohne Verlag niemals so schnell so viele Rezensionen zusammen bekommen.

 

Facebook

Die Facebook-Seite von „Soap“ hat mittlerweile 107 „Gefällt mir“. Hier sind allerdings eine Handvoll dubiose User dabei, die ich mir durch die Facebook-Werbung eingefangen habe. Ich habe mit ein paar kleineren Kampagnen experimentiert, die tatsächlich zu neuen Interessenten geführt haben. Vier oder fünf davon sind allerdings junge Leute, die den ganzen Tag nix tun, als Seiten zu liken – aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen. Hier ein Beispiel – man beachte die Beliebigkeit und Frequenz der „Gefällt mir“. Das wirft kein gutes Licht auf die Facebook-Werbung. Und ich würde daher sagen, „Soap“ hat bei Facebook eher 100 echte Fans.

 

Lovelybooks

Die Leser-Plattform Lovelybooks (ein Unternehmen der Holtzbrinck-Gruppe …) hat ca. 57.000 registrierte Nutzer und gilt als die größte deutschsprachige Buchwebsite. Dort habe ich eine „Leserunde“ gestartet, die ganz gut ankam und in der zur Zeit 15 Leserinnen über das Buch diskutieren. Es gibt dadurch bereits ein paar Rezensionen, Bewertungen und ein wenig zusätzliche Aufmerksamkeit für „Soap“. Kurios ist, dass man dort als Selbstverleger kein offizielles Autorenprofil haben darf. Es gibt zwar eins, man hat freundlicherweise auch mein Foto und meine Biographie dort hochgeladen, aber ich kann es nicht selbst steuern – anders als die Autoren von Verlagen. Deswegen agiere ich nur mit meinem User-Account. Aber auch das macht Spaß. Ab und zu ist „Soap“ sogar als eins der meist diskutierten Bücher auf der Startseite zu sehen.

 

Medien

Es gab bisher ein Portrait von mir im Deutschlandradio Kultur und eine Erwähnung / Verlosung von „Soap“ im Podcast Medienkuh. Zudem einen ausführlichen Bericht im Blog SteglitzMind, auf Labkultur.tv und Rezensionen in den Blogs Boxmail und Superlicious Sailor Scout. Das ist noch nicht besonders viel, aber es sind diverse Rezensionsexemplare im Orbit – auch bei namenhaften Medien, die Interesse gezeigt haben. Ob und wann daraus etwas wird, ist noch ein Fall von „ungelegten Eiern“. Ich bin aber optimistisch, dass im Januar größere Berichte folgen werden. Es braucht halt alles Zeit …

 

Die Buchtrailer

Zwei der insgesamt fünf Buchtrailer habe ich bereits auf youtube veröffentlicht und versucht, in der Welt zu verbreiten. Beim ersten Trailer ist dies erstaunlich gut gelungen. Bis heute verstehe ich nicht, wieso dieser bereits 770 Views hat. Auch bei youtube habe ich ein wenig mit bezahlter Werbung experimentiert, der ich aber allenfalls 230 Besucher zu verdanken habe. Übrigens habe ich das schnell wieder eingestellt, denn man kann dort keine Länderspezifische Zielgruppe auswählen. Und was nützen mir Zuschauer in Brasilien, Peru, Mexiko und Saudi-Arabien? Bei den deutschen Zuschauern ist aber interessant, dass sie laut Statistik zum großen Teil den ganzen Clip angeschaut haben – die waren also echt. Haben sie Bücher gekauft? Ich weiß es nicht. Der zweite Trailer ist mit derzeit gut 100 Views genau wie die Outtakes mit 90 Views eher im zu erwartenden Bereich unterwegs.

 

Die Weihnachtsaktion

So viel zum ersten Monat mit „Soap“! Der zweite Monat beginnt nun direkt mit einer Aktion, auf die ich alle aufmerksam machen möchte: Ich habe den Preis des eBooks von „Soap“ heruntergesetzt – auf 2.99 statt 4.99. Dies ist eine zeitlich befristete Aktion, die vor allem die Leute im Auge hat, die Weihnachten einen Kindle geschenkt bekommen. Denn für diese „Stöberer“ bei Amazon wollte ich einen Preis bieten, der sich nicht stark von der Konkurrenz anderer Selbstverleger unterscheidet. Eigentlich hatte ich – wenn überhaupt – erst ab morgen mit einem Effekt gerechnet. Allerdings war der Preis aus technischen Gründen schon ab Freitagmittag herabgesetzt. Und obwohl ich niemanden darauf aufmerksam gemacht hatte, wurden seitdem 20 eBooks (!) verkauft, nachdem eine Woche zuvor keins über den virtuellen Ladentisch gegangen war. Heute habe ich es sogar schon auf Platz 561 der eBook-Charts geschafft, neue Bestmarke. Der niedrige Preis scheint also bereits Wirkung zu zeigen und der zweite Monat mit „Soap“ beginnt schon mal furios …

Weihnachten

Frohe Weihnachten!

13 Kommentare

Anja

Beeindruckend, wirklich! Ich hab zwar keine Ahnung, was mit einem „echten“ Verlag möglich gewesen wäre, aber es fühlt sich gut an, denke ich.

Und was den Zeitpunkt der Sonderaktioin angeht. Hey, Freitag! Und da wunderst Du Dich?! 😉

LG

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Tintenelfe

Ich bin gerade über Dein Posting bei Lovelybooks hierher gekommen und vertreibe mir hier nun ein wenig die Zeit mit Deinen Artikeln. Die Aktion bei LB habe ich wohl verpasst, da scrollt so irrsinnig viel über die Startseite, dass man nicht alles mitkriegen kann. Ich finde es auch interessant zu erfahren, wie es Selbstverlegern dort ergeht. Allerdings bin ich etwas verwundert, da mir eine Autorin schon mal erzählt, dass sie dort als Selbstverlegerin keine Leserunde anbieten dürfe. Vielleicht hat sie es aber auch nur falsch angefangen.
Deine Leseprobe ist auf jeden Fall super und macht Lust auf mehr. Ich mag den Schreibstil und den Humor. Interessant ist auch der Blick hinter die Kulissen. Zwar sehe ich nur selten fern („Lindenstraße“ habe ich noch gesehen), aber dafür hatte ich vor vielen Jahren eine stark ausgeprägte Phase mit „Verbotene Liebe“, an der meine damalige Mitbewohnerin Schuld war.
Besonders interessant finde ich übrigens Deinen Bericht zum Marketing. Schön, hier einen so detaillierten Einblick zu bekommen. Ich kann mir auch richtig vorstellen, wie man als Autor auf die ersten Rezensionen wartet und jeden Klick bei Facebook mitzählt. 🙂

Herzliche Grüße und viel Erfolg,
die Tintenelfe

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Michael

Jeder User kann bei Lovelybooks eine Leserunde starten. Ist zwar – wie gesagt – etwas schräg, dass ich zwei Identitäten dort habe und eine nicht mal selbst verwalten kann. Aber man hat mich auch von Seiten LB ermutigt, das genau so zu machen …

Kannst Dir ja noch schnell das eBook holen (Sonderangebot!) und in die Leserunde einsteigen. 🙂

Freue mich auf jeden Fall über Dein Interesse!

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Michael

Das ist richtig. Für das neue Jahre steht zwar auf dem Zettel, dass sich das Spektrum erweitern soll, aber wann kann ich noch nicht sagen. So much to do …

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Irene Maier

Hallo Michael,

ich finde Deine ganzen Aktionen einfach faszinierend! Ich habe mich gerade bei Lovelybooks angemeldet und würde mir so sehr wünschen, ich wäre fähig, auch so einen Youtube Trailer zu fabrizieren.

Ich habe auch gerade ein Buch bei Amazon veröffentlicht und sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Wird schon werden. Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg, alles Gute für 2013!
Liebe Grüße
Irene

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Michael

Liebe Irene,

mit Deinem Buch geht es doch gar nicht so schlecht los. Schon vier Mal Fünf-Sterne und Verkäufe hast Du ja auch. Jetzt braucht es vor allem Geduld! Und eine Leserunde bei Lovelybooks bringt sicher mehr als ein Trailer – auf jeden Fall jetzt am Anfang. Wenn ich Dir dazu ein paar Tips geben soll, mail mich ruhig an.

Für alle anderen hier der Link zu Irenes Buch „Jamaica – nicht alles ist Reggae“: http://www.amazon.de/JAMAICA-NICHT-ALLES-REGGAE-ebook/dp/B00ARG0UD4/

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irenemaier2003@yahoo.co.uk

Hallo Michael,
sorry, ich habe Deine Antwort gerade erst gesehen, vielen Dank!
Ich habe in einem anderen Forum gelesen, LovelyBooks akzeptiert keine Create Space oder Kindle Bücher. Du beweist natürlich das Gegenteil, das freut mich.
Du hast recht, ich brauche Geduld.

LG und viel Erfolg
Irene

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Sam

Ich hab letztes Jahr ebenfalls ein eBook rausgebracht, für 3,50 und später eine gedruckte Version für 9,90.
Insgesamt habe ich 2012 über 4.000 eBooks verkauft und sämtliche 1.500, die ich habe drucken lassen, was für mich ein voller Erfolg war.
Entsprechend denke ich, dass da noch mehr drin sein sollte und drück die Daumen für weiterhin gute Verkäufe!!

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Michael

Bei DEN Zahlen wäre ich natürlich auch SEHR zufrieden. Glückwunsch und Danke für die Daumen! 🙂

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Sam

Ich hatte ja auch einen guten zeitlichen Vorsprung: Im Februar kam das E-Book, ende April das gedruckte.

Dauerte so zwei, drei Monate, bis das wirklich lief, daher denke ich wird bei Dir da auch noch was kommen.

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