Die Mailingliste – Das Gold des Selfpublishers

Nicht nur ich habe gestaunt, als letzte Woche die Gesamtausgabe aller Folgen meiner eBook-Serie „Im falschen Film“ innerhalb von einem Tag von Null auf Platz 5 der Kindle-Verkaufscharts hüpfte.

Platz 5

Solch ein Einstieg ist für einen Selfpublisher ein großartiges Gefühl, nicht nur bezogen auf den speziellen Fall, sondern auch bezogen auf die Zukunft der eigenen Marketingmöglichkeiten. Denn es zeigt, dass man – wenn es darauf ankommt – mit dem richtigen Angebot eine Fanbasis mobilisieren kann, die den Unterschied macht. Die zumindest im Ansatz ersetzen kann, wofür Verlage viel Geld ausgeben und Marktingabteilungen beschäftigen.

Aber solch eine Fanbasis ist auch das Ergebnis harter Arbeit. Wenn man mich fragt, was das „Geheimnis“ dieses Erfolges ist, antworte ich: „It’s the Mailingliste, stupid!“.
Es gibt sicherlich viele Faktoren, die beim „Sammeln“ von Fans wichtig sind. Es nützt alles nichts, wenn man kein überzeugendes Buch geschrieben hat. Und es ist auch enorm wichtig, dass man sich wirklich für seine Leserinnen und Leser interessiert, mit ihnen kommuniziert und all das. Aber wenn wir jetzt einmal alles auf die Marketinginstrumente reduzieren, die uns als Selfpublishern ohne (große) Kosten zur Verfügung stehen, dann kann ich die Mailingliste gar nicht genügend hervorheben.

Was ist eine Mailingliste?

Mit Mailingliste meine ich eine Liste, auf der mit Einverständnis der Leserinnen und Leser deren E-Mail-Adressen gesammelt werden, um sie punktuell über neue Ereignisse (wie z.B. Veröffentlichungen oder Preisaktionen) des Autors zu informieren.
Ich rede nicht von einem Newsletter, der regelmäßig erscheint und für den man sich oft die Infos aus den Fingern saugen muss, ohne dass das unbedingt auf Interesse stößt. Meine Mailingliste ist auch mal ein halbes Jahr still, wenn es nichts zu berichten gibt. Und wenn so etwas läuft wie meine eBook-Serie „Im falschen Film“, kommt sogar alle zwei Wochen eine Mail, weil dann auch jedes Mal ein eBook mit einer Folge erscheint.Mail über die ListeMan kann sich wahrscheinlich mit den gängigen Mailprogrammen selbst eine Mailingliste basteln, aber ich empfehle eine der diversen (kostenlosen) Anbieter, die einem viele Layout-Möglichkeiten bieten und außerdem den notwendigen Prozess „E-Mail-Adresse bestätigen“ automatisch übernehmen. Ich selbst benutze den Mailchimp. So wie in dem nebenstehenden Bild sieht eine der von dort versendeten E-Mails aus.
Eingerichtet habe ich diese Liste letztes Jahr im Mai. Bis zum Dezember hatte ich gut 100 Leute eingesammelt. Mit Beginn meiner eBook-Serie schoss die Zahl der Interessenten in die Höhe, so dass es heute 350 Leserinnen und Leser sind, die ich mit ein paar Mausklicks erreichen kann. Es gibt sicher Autoren, die noch weit mehr Fans haben. Aber was schon solch eine Basis von gut 300 Leuten erreichen kann, hat sich letzte Woche gezeigt …

Was ist der Vorteil einer Mailingliste?

Natürlich war zumindest für meine Platz-5-Aktion die Facebook-Seite von „Im falschen Film“ genauso wichtig. Dort interagiere ich viel öfter und intensiver mit den Leserinnen und Lesern und es gibt die tolle Möglichkeit, dass sich interessante Neuigkeiten und Angebot schnell teilen lassen – also noch viel mehr Menschen erreicht werden. Andere Social-Media-Seiten können ebenfalls enorm hilfreich sein, wenn man sie pflegt und hegt. Aber was mich daran immer stört, ist, dass ich von dem Anbieter, also insbesondere Facebook, abhängig bin. Wir haben alle miterlebt, dass man plötzlich dafür bezahlen musste, dass alle Follower der eigenen Fanseite ein Posting auch wirklich sehen. Bei Informationen über Veröffentlichungen gebe ich nun schon automatisch 5 Dollar aus. Wer weiß, was Facebook demnächst noch oben drauf schlägt. Und wer weiß, wen ich mit den 5 Dollar überhaupt erreiche. Auch generell kann es natürlich jederzeit passieren, dass ein Anbieter in der Bedeutungslosigkeit verschwindet und dann nützt mir die tollste Seite nix. Die Mailingliste dagegen bleibt stabil und ist sozusagen mein Eigentum. Und wenn man die Leute nicht zuspamt, dann kommt eine direkt an den Empfänger gerichtete Mail doch meist besser an, als ein Posting, das in einer Timeline an einem vorbeifliegt.

Wie bekomme ich Leute auf die Liste?

Das ist natürlich überhaupt nicht so leicht. Man kennt es von sich selbst: Bevor man sich freiwillig in so eine Liste einträgt, muss sie einem schon wirklich einen Mehrwert versprechen. Und das ist dann auch „schon“ die Lösung: Die Mails, die man an die Interessenten verschickt, müssen einen erkennbaren Mehrwert haben. Was das ist, weiß man natürlich nie so ganz genau, aber ein paar hilfreiche Ansätze sind offensichtlich: Die Leute auf meiner Mailingliste werden IMMER zuerst informiert. Und sie werden manchmal sogar exklusiv informiert, so z.B. als ich Testleser für meine eBook-Serie gesucht habe.

Absolut entscheidend für den starken Wachstum meiner Liste in den letzten zwei Monaten war aber natürlich, dass ich regelmäßig etwas veröffentliche, das die Leute auch lesen wollen. Eine Serie, bei der jede Folge mit einem Cliffhanger endet, an den sich der Satz anschließt „Wenn Sie wissen möchten, wann die nächste Folge kommt, tragen Sie sich doch bitte HIER auf meiner Mailingliste ein“, wirkt tausend Mal mehr als zwanzig Aufrufe auf Facebook oder ähnliches. Im letzten Sommer habe ich mit „Nicht von dieser Welt“ über 25.000 eBooks verkauft. Auch dort stand ein solcher Satz am Ende. Er hat mir nicht ansatzweise so viele Leute gebracht wie die Serie, die vielleicht 1500 regelmäßige Leser hat – denn damals gab es keine Aussicht auf Fortsetzung oder ähnliches. Es muss deswegen jetzt nicht jeder eine Serie schreiben, aber ohne regelmäßige Veröffentlichungen wird es schwer. Doch das gilt ja für die Arbeit als Selfpublisher ohnehin …

Auch wenn der Platz 5 von „Im falschen Film“ nicht annähernd gehalten werden konnte, weil die Fanbasis dann natürlich doch noch nicht SO groß ist und nach wenigen Tagen versorgt war, so sehe ich hier die Zukunft für viele Selfpublisher, die uns letztlich nicht nur unabhängig von Facebook und Co macht, sondern auch immer mehr von Verlagen und Distributoren. Ich werde auf jeden Fall weiter daran basteln.
In diesem Sinne: Hier kann man sich in meine Mailingliste eintragen, über die es nächste Woche ein exklusives Gewinnspiel mit meinen Taschenbücher geben wird. Gewinnen können dann natürlich nur die Leute auf der Liste …

6 Gedanken zu “Die Mailingliste – Das Gold des Selfpublishers

  1. Ihre in Italien lebende treu Leserin bestaetigt Ihnen mit Angabe ihrer Mail-Adresse, die ich bitte Ihrer Liste hinzuzufuegen, den oben beschriebenen Erfolg, Mir haben Sie ja auch sehr beim Herunterladen auf meinen Reader geholfen, da dies bei Amazon Italien schwierig war. Weiter so…..

    • Ich habe Sie in die Liste aufgenommen – vielen Dank!

      (Überhaupt haben sich seit Erscheinen dieses Beitrags elf Leute neu eingetragen – es funktioniert also wirklich … )

    • Oh, ich schreibe die ganze Zeit, Silke. Nur nicht an meinem Blog. :) Es ist gerade einfach zu viel Arbeit, aber ich werde sicher auch bald hier wieder von mir hören lassen!

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