Nachtrag: Amazon, die Manipulation und ich

Mein letzter Blogbeitrag über die „Drohung“ von Amazon, Autoren das Veröffentlichen von Büchern zu untersagen, die Gutscheine für Rezensionsexempare an Blogger oder Leser verschicken, hat recht weite Kreise gezogen. Amazon hat sich in der vergangenen Woche bei mir und auch vielen anderen vorher „bedrohten“ Autoren gemeldet, um die Situation aus deren Sicht zu erklären und auch um sich für die Wortwahl zu entschuldigen.

Als Erklärung für die gelöschten Rezensionen wurde auf die Rezensionsrichtlinien verwiesen. (Interessanterweise wurde auf die in der ersten Mail nicht direkt verwiesen, sondern nur auf allgemeinere Hilfeseiten bei Author Central.)

Im Mittelpunkt stehen nun folgende Formulierungen der Richtlinien:

„Bietet man Kunden im Voraus ein kostenfreies oder preisreduziertes Produkt im Austausch für eine Rezension an, muss klar ersichtlich sein, dass sowohl positives als auch negatives Feedback willkommen ist. Sollten Sie als Rezensent ein kostenfreies oder preisreduziertes Produkt im Austausch für Ihre Rezension erhalten haben, müssen Sie dies klar und gut ersichtlich deklarieren.“

Das wurde nun in der neuen Mail von Amazon folgendermaßen konkretisiert: „Beim Versand des Gutscheins müssen Sie also klarstellen, dass sowohl positives als auch negatives Feedback willkommen ist. Außerdem muss der Rezensent in der Rezension erwähnen, dass er das Buch gratis erhalten hat, um zu verhindern, dass die Rezension gelöscht wird.“

Formell wurde also seitens Amazon nichts falsch gemacht und man hätte es als Autor wissen können, wenn man die Richtlinien studiert hätte. Ich bezweifle zwar, dass Amazon alle Rezensionen und auch alle Nachrichten (!) an Gutscheinempfänger wirklich liest, aber natürlich muss man das nun einfach mal so hinnehmen und – wenn man weiter mit Gutscheinen operieren will – auch befolgen. Gerade in meinem Fall ist es etwas unschön. Denn ich verschicke die Gutscheine weniger an Blogger, sondern in der Regel eher als Dankeschön an Testleser oder an Gewinner von Preisausschreiben – die dafür gar nicht mal eine Rezension schreiben müssen (aber es natürlich auch manchmal tun). Denen muss ich nun immer einen längeren Disclaimer in die Nachricht schreiben. Und das obwohl ich durch diesen Weg ja transparenter bin als alle Autoren, die per Mail, Post oder gar Überweisung kostenlose Bücher zur Verfügung stellen …

Abschließend sei aber auch gesagt, dass Amazon sich für die unglückliche Formulierung bzw. Drohung in der Mail entschuldigt hat. Diese wäre zustande gekommen, weil es ein Standardmail war. Aber man würde sicherlich niemandem, der „aus Unwissenheit etwas falsch gemacht hat“, das Veröffentlichen auf Amazon verbieten wollen …

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