Der Zeitplan

Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, dann mach einen Plan. Natürlich. Aber wenn man ein Buch schreiben und veröffentlichen will, sollte man sich am Anfang trotzdem überlegen, wie das laufen soll. Und ja, auch einen Plan machen, wann was wie angegangen werden muss. Der Plan kann dann natürlich zehn Mal geändert werden. Doch ohne Deadline fehlt mir selbst oft die Disziplin. Vor allem aber braucht man als Selfpublisher ja auch die Unterstützung von Dienstleistern wie Coverdesignern oder Lektoren und die werden sich bedanken, wenn man ihnen irgendwann etwas schickt und „morgen“ eine Reaktion haben will. Zudem ist es für die Vermarktung des Buches hilfreich, wenn man einen Veröffentlichungstermin anpeilen und irgendwann die Leserinnen und Leser auch auf ihn neugierig machen kann.

Vier Monate für den neuen Vanessa Mansini-Roman

Hier also mein ganz individueller (Zeit-) Plan für den neuen Roman, der im Rahmen des Projekts Backstage entstehen soll:

Kalender-Backstage-Juni

JUNI

Kalender-Backstage-Juni

JULI

Kalender-Backstage-Juni

AUGUST

Kalender-Backstage-Juni

SEPTEMBER

Kalender-Backstage-Oktober

OKTOBER

Wie man sieht, plane ich derzeit 24 Arbeitstage für das eigentliche Schreiben des Manuskripts ein. Realistisch ist, dass davon wegen plötzlicher Termine, kranker Kinder und akuter Unlust noch ein paar wegfallen werden. Aber selbst wenn es nur 20 Tage sind, habe ich bei zu leistenden 50.000 Wörtern (Minimum) ein Tagessoll von 2.500 Wörtern, was nach meinen Erfahrungen sehr gut machbar ist. In guten Zeiten schreibe ich an vollen Arbeitstagen bis zu 5.000 Wörtern …

Was ist ein „Kreativurlaub“?

Natürlich muss die Planung für den Roman auch in meine restliche Lebensplanung eingepasst werden. Da nun einmal die großen Schulferien anstehen, wird es diesmal also ein internationales Projekt. Denn auch auf Reisen kann ich gut arbeiten. Die Ferien teilen sich dabei in zwei Reisen:

In den ersten drei Wochen muss meine Frau arbeiten, weswegen ich alleine mit den Kindern durch halb Europa fahre, Freunde besuche und vor allem einige Zeit bei unseren Nachbarn in Südfrankreich verbringen werde. Da es dort gleich eine ganze Horde von Kindern geben wird, besteht sogar die Chance, dass ich ab und zu an meinem Roman arbeiten kann. Aber das kalkuliere ich nun mal nicht ein und sehe die Zeit eher als Phase, in der ich die Geschichte gedanklich weiterentwickle und vertiefe. Eventuell auch beim ersten Schreiben entstandene Probleme löse. Gerade lange Autofahrten eignen sich gut dafür. Aber natürlich will ich in den Tagen auch etwas entspannen und Zeit für die Kinder haben.

In den zweiten drei Wochen wiederum geht es zur Familie meiner Frau in Antalya. Dort gibt es paradiesische Zustände: Zahlreiche Leute, die sich gerne um unser Wohl und um die Kinder kümmern. Auch in der Vergangenheit habe ich dort exzellent Drehbücher und Romane schreiben können. Also wird die Hauptarbeit diesmal mit Blick aufs Mittelmeer verbracht. Es gibt schlimmeres.

Natürlich bin ich auch noch Drehbuchautor für die „Lindenstraße“, für die es in diesem Zeitraum zwei Arbeitssitzungen gibt. Daneben werden auch noch einige Papieren zu schreiben und Änderungen zu machen sein, die ich jetzt mal nicht konkret in den Plan aufgenommen habe. Das ist sozusagen Teil des Alltags. Im Moment sind noch fast alle Wochenende freigehalten. Nach Möglichkeit sollen die auch immer der Familie gehören, aber gerade in heißen Phasen sind diese Tage natürlich die ersten, die fallen.

Der Plan steht. Erfahrungsgemäß werde ich nun schwanken zwischen: „Och, echt so viel Zeit noch? Das schaffe ich ja locker“ und „Argh! Das packe ich nicht!“. Am Ende geht es dann meistens gut, aber wer weiß, was noch alles dazwischenkommt. Der größte Unsicherheitsfaktor dabei ist die Geschichte selbst. Denn wenn die nicht läuft oder plötzlich viel mehr Raum benötigt als gedacht, dann muss ein neuer Plan her …

4 Kommentare

C. Ota

Hallo Herr Meisheit,

vielen Dank, dass Sie uns an Ihrer Arbeit so aufschlussreich und unterhaltsam teilhaben lassen.

Da ich selber gerne mehr und im Idealfall beruflich schreiben möchte, interessiert mich, auf wieviele Stunden Sie Ihr anvisiertes Pensum von 2500 Wörtern umlegen – mit anderen Worten, wieviel Zeit nimmt das eigentliche Schreiben in Anspruch?

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Michael

Das schwankt, weil ja leider doch immer wieder Ablenkungen zu befürchten sind und ich auch anfällig gegenüber den Social Media bin, wo es immer etwas zu lesen gibt. Wenn ich diszipliniert arbeite und nichts dazwischen kommt, komme ich auf sieben Arbeitsstunden an einem Tag. Meist sind es eher vier oder fünf. Andererseits „arbeite“ ich aber selbst in der Mittagspause oder nach der Arbeit weiter, weil nachdenken ja auch dazu gehört …

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Sabine Kern

Hallo Michael, hat die farbliche Kennzeichnung der Wochentage irgendeine Bedeutung? Oder ist das einfach nur zur besseren Unterscheidbarkeit?

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