Verkaufszahlen „Nicht von dieser Welt“

Bisher habe ich die Zahlen für meinen eBook-Bestseller „Nicht von dieser Welt“ für mich behalten und sie in den monatlichen Berichten über Verkaufszahlen nicht veröffentlicht. Dieses Mal drehen wir den Spieß um: Ab sofort gibt es die monatlichen Zahlen für „Soap“ und „Irgendwas ist immer“ nicht mehr. Dafür möchte in unregelmäßigen Abständen darüber berichten, wie sich der Bestseller verkauft.

Warum? Nun, meine ersten beiden Bücher, die ich als Selfpublisher veröffentlicht habe, pendeln sich mittlerweile bei recht geringen Verkaufszahlen unter jeweils 20 pro Monat ein. Da ich hier keine weiteren Preisaktionen oder ähnliches plane, ist es schlichtweg nicht mehr so interessant, was hier Monat für Monat passiert. Die Zahlen vom August sind somit vorerst die letzten.

Bei meinem Blogroman „Nicht von dieser Welt“ hingegen werde ich nun eine zweite Verkaufswelle versuchen, bei der ich die bisherigen Verkaufszahlen in der Werbung nutzen möchte. Da sie nun einmal öffentlich sind, kann ich sie auch hier im Blog ein wenig erläutern.

25.000 Verkäufe

Vor ziemlich genau vier Monaten erkletterte das eBook von „Nicht von dieser Welt“ zu meiner Überraschung und großen Freude Platz der Kindle-Charts bei Amazon. Es hielt sich dort eine Woche, einen Monat blieb es in den Top Ten, zwei Monate in den Top 100. Auch wenn das eBook in diesen Tagen erstmalig aus den Top 1000 gefallen ist, könnte ich nicht zufriedener sein: „Nicht von dieser Welt“ hat sich insgesamt 25.000 mal verkauft.

Konkret bedeutet dies: ca. 21.700 über Amazon verkaufte eBooks, ca. 3.000 über das Select-Programm bei Amazon verliehene eBooks und auch noch gut 300 über Amazon verkaufte Taschenbücher.

Nach Monaten aufgeteilt waren es im Veröffentlichungsmonat Juni mehr als 11.000 verkaufte eBooks, im Juli ca. 6.600, im August ca. 3.000 und im September noch ca. 700. Die Ausleihen kommen im Juni, Juli und August noch dazu – endeten aber drei Monate nach Veröffentlichung, weil ich das Buch dann aus Amazon Select herausgenommen habe.

Die meiste Zeit wurden die eBooks für 2,99 Euro verkauft, aber es gab diverse Preisaktionen, bei denen ich den Preis auf 99 Cent runtergesetzt habe. Besonders am Anfang – wo der niedrige Preis das eBook innerhalb von zehn Tagen von null auf Platz 1 gebracht hat. Die Verkaufszahlen pro Tag habe ich ja indirekt in diesem Blogbeitrag erläutert. Einsame Spitze als Verkaufstag hält der erste Tag, an dem der Preis bei 2,99 lag. Ein Sonntag, an dem das eBook mehr als 1.000 mal über den virtuellen Ladentisch ging. Ein Tag, den ich aus vielerlei Gründen so schnell nicht vergessen werde.

Auch ganz interessant: Das eBook von „Nicht von dieser Welt“ hat sich in den USA über 50 mal verkauft. In den meisten europäischen Amazon-Shops dagegen so gut wie gar nicht, außer in Italien, wo es mehr als 30 Verkäufe gab und auch mal eine Top-Position bei den deutschsprachigen Titeln. Wahrscheinlich hat hier das Pseudonym Vanessa Mansini Eindruck hinterlassen …

Der nächste Schritt – Verkaufen außerhalb von Amazon

Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass Amazon zur Zeit der einzige „Ort“ ist, an dem Selfpublisher ernsthaft ein Publikum erreichen und entsprechend auch Geld verdienen können. Vor allem kann man nirgendwo sonst ohne Verlag überhaupt seinen Erfolg „steuern“ oder es zumindest versuchen. Denn nur hier hat man einen gewissen Einfluss darauf, dass das eBook (und eventuell mit ihm dann auch das Taschenbuch) sichtbar wird. In allen anderen Verkaufsshops vom iTunes Store über Weltbild bis hin zu dem von mir sehr geschätzten beam-eBooks ist das eher nicht der Fall.

Bookrix Cover

So erfreulich es ist, dass mit Amazon solche Erfolge wie „Nicht von dieser Welt“ im Alleingang möglich sind – und mein eBook ist ja kein Einzelfall – so schade ist es natürlich, dass der Onlinegigant auch hier fast eine Monopolstellung innehält. Konkurrenz würde gerade uns Selfpublishern nicht nur helfen, sondern vor der Abhängigkeit bewahren, die mit Amazon schnell entstehen kann.

Deswegen freue ich mich nun, mit einem frisch erstellen eBook im EPUB-Format weitere Erfahrungen mit den anderen Shops sammeln zu können. Erstmalig auch mit einem Distributor, der die Belieferung aller anderen Shops für mich übernehmen wird.

Erste Wahl Bookrix

Es gibt in Deutschland diverse Distributoren, die Matthias Matting sehr hilfreich in seiner Selfpublisher-Bibel aufgelistet hat. Für mich reduzierte sich die Wahl schnell auf drei Anbieter: Xinxii, Neobooks und Bookrix. Nur diese drei waren für mich erfahren genug und boten die Möglichkeiten, dass man Amazon bei der Distribution ausklammern kann.

Ja, auch bei Bookrix geht dies. Im Moment nur auf Anfrage, aber schon bald soll dies auch direkt über die Plattform möglich sein. Für Bookrix sprach für mich vor allem, dass man mir dort von meiner ersten Anfrage an das Gefühl gab, mein Buch wirklich gerne vertreiben zu wollen und dafür auch einen gewissen Aufwand betreiben wird. Der Mailkontakt war immer sehr freundlich und schnell, so dass ich „Nicht von dieser Welt“ nun dort hochgeladen habe.

Ich bin  sehr gespannt, ob es möglich ist, das eBook auch außerhalb von Amazon mit nennenswerten Zahlen zu verkaufen. Darüber – und auch über meine Erfahrungen mit Bookrix – werde ich beizeiten dann ausführlich berichten …

August

In aller Kürze die neuesten Verkaufszahlen für meine Werke „Soap“ und „Irgendwas ist immer“.

Die Verkaufszahlen

Insgesamt wurden von „Soap“ bis Ende Juli 1730 Bücher verkauft. 177 Taschenbücher und 1553 eBooks. Dazu kommen über 60 als Rezensionsexemplar oder Dankeschön versendete Taschenbücher.

Im monatlichen Verlauf sehen die Zahlen nun so aus:

  Nov. Dez. Jan. Feb. März Apr. Mai Juni Juli Aug
TB 38 81 27 10 6 2 0 6 2 5
eBook 23 65 66 45 29 6 201 909 165 44
Gesamt 61 146 93 55 35 8 201 915 167 49

Auch wenn mal wieder ein paar Taschenbücher verkauft wurden, so gehen die Zahlen weiter deutlich zurück. Das hängt sicherlich mit dem ebenfalls nachlassenden Erfolg von „Nicht von dieser Welt“ zusammen, das gerade im Juli „Soap“ noch mitgezogen hat.

Bei „Irgendwas ist immer aus“ sehen die Zahlen so aus:

  Februar März April Mai Juni Juli Aug.
Verkauft 39 222 14 16 44 38 24
Verliehen 7 70 2 1 3 5 2
Gesamt 46 292 16 17 47 43 26

Insgesamt wurden nun 487 eBooks von „Irgendwas ist immer“ entgeltlich unters Volk gebracht – 397 verkauft und 90 verliehen.

 

„Irgendwas ist immer“ exklusiv bei Bookrix

Bei „Irgendwas ist immer“ wird sich nun etwas verändern. Es gibt keine Ausleihen bei Amazon mehr, weil das eBook nicht mehr bei KDP Select gemeldet ist. Dafür habe ich es nun bei der Buchcommunity Bookrix reingestellt, die auch Distributor ist und zur Zeit dafür sorgt, dass „Irgendwas ist immer“ in so ziemlich allen eBook-Shops zu kaufen sein wird, die es in Deutschland gibt. Von iTunes über Weltbild bis zu beam-eBooks und vielen mehr!

Und: Bookrix hat „Irgendwas ist immer“ nun auch noch einmal neu bei Amazon reingestellt, weil zur Zeit nur eine Distribution überall oder gar nicht möglich ist. Dadurch musste ich auch den Preis auf 99 Cent ändern, denn manche Shops akzeptieren nur bestimmte Werte – und der Preis muss natürlich überall gleich sein. Trotzdem und auch trotz zwischengeschaltetem Distributor verdiene ich an einem Verkauf von „Irgendwas ist immer“ nicht weniger als vorher. Denn bei Amazon bekommt man unter 2,60 Euro Verkaufspreis als Selfpublisher nur 35% der Einnahmen – Bookrix hat aber einen Deal mit Amazon, durch den auch im niedrigen Preissegment 70% gezahlt werden …

Ich bin nun sehr gespannt, ob sich dadurch neue Verkäufe ergeben werden. Aber selbst wenn nicht: Dies ist auch wieder ein Testballon, denn als nächstes möchte ich meinen Bestseller „Nicht von dieser Welt“ außerhalb von Amazon anbieten und suche einen geeigneten Partner dafür. Bookrix sammelt zur Zeit besonders durch Freundlichkeit und Engagement enorm Punkte. Ich werde ausführlicher über das Thema Distribution berichten, wenn es dann mit „Nicht von dieser Welt“ soweit ist …

Fernsehen ist durch

Man muss kein Prophet sein, um das vorherzusehen: In fünf, spätestens zehn Jahren wird es das Fernsehen, so wie wir es heute kennen, so wie es die meisten von uns ihr Leben lang kannten, nicht mehr geben. Dass ein Sender bestimmt, was wir wann anschauen, wird allenfalls bei Live-Events bzw. Sportübertragungen noch eine Rolle spielen. Alles andere wird eine ähnliche Relevanz haben wie Vinyl – also nur noch für Liebhaber oder die Leute, die sich nicht umgewöhnen können oder wollen.

Die Zeichen dafür verdichten sich. Hier meine höchst subjektive Top-3-Beobachtungen, die gerade mal wieder diese These stützen:

1. Eine neue Generation Fernseher

Fernseher

Ich habe mir nach vielen Jahren einen neuen Fernseher gekauft. Der ist ungelogen 1/50 so dick wie der, den ich davor hatte. Aber das und auch solcher Schnickschnack wie 3D ist nicht das Besondere. Das Besondere ist, dass ich mit diesem Fernseher nun alles Mögliche mache – nur nicht fernsehe. Zumindest nicht auf die herkömmliche Weise. Ich schaue Fußball im Pay-TV, ich gucke Serien auf DVD, ich schaue Filme On-Demand, ich spiele auf der Xbox, ich streame die „Lindenstraße“ aus dem Internet und schaue sie mir bildfüllend in HD an! Aber ich habe in dem Monat, in dem ich das Ding besitze, kein einziges Mal einen herkömmlichen Sender eingeschaltet außer bei der Platzbelegung auf meiner Fernbedienung. Offensichtliche Zeitverschwendung.

2. House of Cards

Ich habe „House of Cards“ gesehen. Diese amerikanische Politthrillerserie gehört mit Sicherheit zu den besten Serien der letzten Jahre. Hauptdarsteller ist Kevin Spacey, Regisseure sind Hollywoodgrößen wie David Fincher oder Joel Schumacher. Die Produktion der ersten beiden Staffeln soll über 100 Millionen Dollar gekostet haben. Und der Clou ist: Das Ding lief bei keinem Fernsehsender, sondern auf der Film-Streaming-Website Netflix. Premiere hatten alle 13 Folgen der ersten Staffel an einem einzigen Tag! Womit man dem eh immer wichtiger werdenden Bedürfnis des Binge-Watchings  – also dem Schauen möglichst vieler Folgen am Stück – gerecht wird. Und damit auch dem Bedürfnis nach dem tiefen Eintauchen in eine Geschichte, in Charaktere, in Themen – ohne aufgezwungene Unterbrechung. In epischer Länge. Das Bedürfnis ist größer als je zuvor. Und wie Kevin Spacey in seiner viel beachteten Rede in Edinburgh sagt: „All we have to do is give it to them!“ Da Netflix keine Zuschauerzahlen veröffentlicht, kann man nur darüber spekulieren, wie erfolgreich im Sinne von erreichten Zuschauern die Serie war, aber da der Internetriese seitdem mit der Fortsetzung von „Arrested Development“ und „Orange is the new black“ (einer amerikanischen Variante von „Hinter Gittern“ …) zwei exklusive Webserien nachgelegt hat, muss es sich zumindest rechnen.

Hier ein Auszug aus Spaceys Rede:

 

3. Die deutschen Sender

Meine dritte Beobachtung bezieht sich auf den deutschen Fernsehmarkt: Die großen Sender behandeln die Produktionen und die Kreativen immer schlechter. Wenn man sich in der Fernsehbranche umhört, ist es überall dasselbe: Es wird weniger produziert, weniger gezahlt, weniger in die sorgfältige Entwicklung von Ideen investiert. Die Stimmung ist mies, die Ratlosigkeit groß. Alle – aus mir unverständlichen Gründen auch die öffentlich-rechtlichen Sender – starren auf die Quote und imitieren eher Erfolge als dass sie neue interessante Wege beschreiten. Und wenn es dann einer Produktion trotz der mittlerweile absurd engen finanziellen Vorgaben gelingt, etwas Innovatives und Gutes wie den „Tatortreiniger“ zu schaffen, dann muss der Sender zum Jagen getragen werden. Ohne den von Fans gepushten Internethype und einen Grimmepreis wäre die Serie längst im Nirwana versendet und abgesetzt worden.

Aber wieso ist die schlechte Behandlung der Kreativen ein Indiz für das Ende des Fernsehens as we know it? Nun, Kreative sind kreativ und werden andere Wege suchen und finden, um so arbeiten zu können, wie sie sich das wünschen. Wenn es dann auch noch entsprechende Angebote gibt von Internetseiten oder kleinen Pay-TV-Sendern, werden sich bald die besten und innovativsten Kräfte dort finden – eine Entwicklung, die im Printbereich durch das Selfpublishing bereits stattfindet. Und wenn es dann am Ende die zuschauerfreundlichste Technik, die stärksten Anbieter und die besten Kreativen nur noch jenseits der alten Fernsehsender gibt, dann … Na ja.

Denkt außerhalb der Kiste!

Kein Fernsehen mehr? Ist das schlimm? Ich muss ehrlich sagen: Meine Trauer und auch meine persönlichen Zukunftsängste halten sich in Grenzen. Was kann einem als Kreativer eigentlich besseres passieren als in Umbruchzeiten zu leben? Man hat die Chance, als Pionier tätig zu werden, neue Grenzen auszuloten, Maßstäbe zu setzen. Hey, man kann vielleicht sogar reich werden, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist. Und selbst wenn nicht: Etwas besseres als den x-ten schlecht bezahlten Krimi, der ohne Herz und Leidenschaft zu Unzeiten in die Welt gesendet wird, findet man überall. Deswegen kann ich meinen Kolleginnen und Kollegen in Anlehnung an die englische Metapher nur zurufen: „Denkt außerhalb der Kiste!“ Es gibt eine Menge Möglichkeiten und wir stehen noch ganz am Anfang …

Juli

Mit deutlicher Verspätung wegen Arbeitsüberlastung hier nun die Verkaufszahlen für meine Selfpublisher-Werke „Soap“ und „Irgendwas ist immer“.

Wie schon im Juni erläutert, werden sich die Zahlen für meinen Bestseller „Nicht von dieser Welt“ hier nicht finden. Trotzdem ein kurzes Fazit, was vor allem das eBook bisher auf die Beine gestellt hat: Eine Woche Platz 1 der Kindle-Amazon-Charts. Einen Monat Top Ten. Zwei Monate Top 100. Gestern war tatsächlich der erste Tag seit über zwei Monaten, an dem „Nicht von dieser Welt“ sich nicht in den Top 100 befand. Ich glaube, ich sagte es schon: Das hätte ich nie gedacht! Nun aber zu den anderen Büchern:

Die Verkaufszahlen

Insgesamt wurden von „Soap“ bis Ende Juli 1681 Bücher verkauft. 172 Taschenbücher und 1509 eBooks. Dazu kommen über 60 als Rezensionsexemplar oder Dankeschön versendete Taschenbücher. Bei den eBooks wurden für den Juni noch fünf Verkäufe über Apple nachgemeldet. Und tatsächlich gab es im Juli auch je einen Verkauf über Kobo und über einen Shop, den Xinxii bedient – wie z.B. Weltbild oder Hugendubel.

Im monatlichen Verlauf sehen die Zahlen nun so aus:

  Nov. Dez. Jan. Feb. März Apr. Mai Juni Juli
Taschenbuch 38 81 27 10 6 2 0 6 2
eBook 23 65 66 45 29 6 201 909 165
Gesamt 61 146 93 55 35 8 201 915 167

Die traumhaften Zahlen des Junis sind vorbei. Diese hatten natürlich sehr viel mit den dort stattgefundenen 99-Cent-Preisaktionen zu tun, die es im Juli für „Soap“ nun nicht mehr gab. Aber es gab auch weniger Verkäufe für 2,99 als im Juni und die derzeitige Entwicklung zeigt einen weiteren Rückgang der Verkäufe, die demnach sehr deutlich mit dem (nun abnehmenden) Erfolg von „Nicht von dieser Welt“ zusammenhängen. Der Bestseller zieht also – wenig überraschend – die anderen Bücher mit. Und lässt es nun mehr und mehr bleiben. Dennoch sind die Juli-Zahlen für „Soap“ natürlich super – besonders gemessen an den Monaten vor Mai.

Nach wie vor gilt für die Einnahmen: Während ca. 700 verkaufte eBooks bei einem Verkaufspreis von 99 Cent nur jeweils 34 Cent einbrachten, haben alle anderen Verkäufe ca. 2 Euro je eBook gebracht. Nimmt man alle Verkäufe (Taschenbuch und eBooks) zusammen, habe ich bisher mit „Soap“ um die 2.200 Euro eingenommen.

Mit „Irgendwas ist immer aus“ kann man bei einem dauerhaften Preis von 1,11 Euro natürlich nicht viel verdienen. Die Zahlen sind hier aber auch noch ganz schön:

  Februar März April Mai Juni Juli
Verkauft 39 222 14 16 44 38
Verliehen 7 70 2 1 3 5
Gesamt 46 292 16 17 47 43

Insgesamt wurden nun 461 eBooks von „Irgendwas ist immer“ entgeltlich unters Volk gebracht – 373 verkauft und 88 verliehen.

Fazit: Der Juli war trotz Sommerloch ein guter Monat – im Schatten des großen Erfolgs von „Nicht von dieser Welt“. Wahrscheinlich werden alle Zahlen nun stetig weiter sinken. Zeit also, etwas Neues auf die Beine zu stellen …

Wie viele eBooks am Tag für welchen Chart-Platz?

Es ist eine beliebte Frage unter Selfpublishern: Wie viele eBooks muss man an einem Tag verkaufen, um eine bestimmte Platzierung in den Amazon Kindle-Verkaufscharts zu erreichen?
Da sich diese Zahlen laufend verändern (im Moment stetig nach oben …) und ich in den letzten Wochen mit gleich drei Büchern auf so ziemlich allen Plätzen zwischen 1 und 10.000 zu finden war, möchte ich einmal eine aktuelle Einschätzung abgeben.

Dafür gilt es Folgendes zu beachten:

  • Die Zahlen sind natürlich nur grob geschätzt und lediglich mit meinen Erfahrungen belegt.
  • Je nach Wochentag unterscheiden sich die Zahlen deutlich. Besonders an einem Sonntag können sie schnell einmal um 50% höher liegen. Die Angaben hier beziehen sich auf einen durchschnittlichen Wochentag.
  • Gemeint sind immer Verkäufe und Ausleihen im Kindle-Select-Programm zusammengezählt. Noch einmal zehn bis  zwanzig Prozent der Verkäufe kommen bei mir zurzeit als Ausleihen dazu. Wenn man nicht bei Select ist, kann man natürlich nur mit den Verkäufen punkten.
  • Es geht immer um „abgerechnete Exemplare“, nicht um „verkaufte Exemplare“, denn ein bis zwei Prozent der verkauften Exemplare werden (bei mir zumindest) rückerstattet und zählen natürlich nicht für die Charts.
  • Diese Zahlen gelten für den Zeitraum Juni / Juli 2013. Sie sind – wie man an früheren Tabellen sehen kann – spürbar höher als früher. Und werden wahrscheinlich im kommenden Winter noch einmal deutlich anziehen. Gefühlt ist der Juli allerdings erst einmal etwas schwächer als der Juni – Ferienzeit.
  • Und besonders wichtig für aufstrebende Chartbreaker: Es braucht immer einige Verkäufe mehr als die hier genannten, wenn man (gerade mit einem neuen Buch) in den Charts auf dem Weg nach oben ist, als es braucht, eine Platzierung zu halten. Auch wenn die Charts sich vor allem aus den Verkäufen der letzten 24 Stunden errechnen, gibt es einen Faktor unbekannter Größe, der ältere Verkäufe berücksichtigt.

Hier nun die Liste. Gezeigt wird immer wie viele Verkäufe man meiner Einschätzung nach MINDESTENS braucht, um den genannten Bereich zu erreichen:

Platzierung in den Kindle-Charts Nötiges Minimum an Verkäufen
Platz 1 600
Top 5 400
Top 10 300
Top 20 250
Top 50 100
Top 100 70
Top 200 40
Top 300 25
Top 500 15
Top 1000 6

Unter Platz 1000 gibt es bei mir sehr große Schwankungen, daher macht für mich die Liste da wenig Sinn. Aber sicher ist: Solange man täglich etwas verkauft, bleibt man in den Top 10.000.

P.S.: Hier noch einmal der Hinweis auf mein Gewinnspiel: Jeder, der sich bis Freitag (24 Uhr) in meine Mailingliste einträgt, kann eins von fünf signierten Taschenbücher meines Bestsellers „Nicht von dieser Welt“ gewinnen!

Zurück in dieser Welt

Ein Monat Top TenDie ganz große Party ist nun vorbei. Die Verkäufe von meinem Roman „Nicht von dieser Welt“ sind in der letzten Woche immer weiter gesunken, teilweise deutlich. Damit einher geht auch ein Fallen in den Amazon-Kindle-Charts, wo das eBook heute Morgen auf Platz 40 angekommen war. Das ist kein Grund Trübsal zu blasen, denn jeder Platz in der Top 100 ist großartig und das Buch hat sein Soll sowieso mehr als übererfüllt. Einen ganzen Monat hat sich „Nicht von dieser Welt“ in den Top Ten der Charts gehalten. Das war selbst zu der Zeit, als es auf Platz 1 war, für mich nicht vorstellbar. Nun leidet es sicher unter der neuen Konkurrenz, unter einem schlechten Bewertungsschnitt, aber auch unter einer massiven Werbeaktion von Amazon für eigene Bücher.

 

"Nicht von dieser Welt" in rauen Mengen

Aber natürlich gehen wir so noch lange nicht nach Hause. Nun kommt das „herkömmliche“ Marketing, das in den letzten Wochen verpufft wäre, denn nichts ist stärker als die Sichtbarkeit bei Amazon. Da diese nun langsam schwindet, möchte ich ein paar Aktionen ausprobieren. Passend dazu habe ich diese Woche einen großen Stapel Taschenbücher von „Nicht von dieser Welt“ erhalten, mit denen ich nun aktiv werden kann.

 

 

Leserunde Lovelybooks

Wie auch mit meinen anderen Büchern veranstalte ich nun auf der Leserplattform Lovelybooks eine Leserunde, bei der man noch bis Montag 24 Uhr eins von zehn signierten Taschenbüchern gewinnen kann, um dann mit mir über den Inhalt des Buches zu diskutieren. Aber auch wenn man keins gewinnt oder bereits eins hat, freue ich mich über Teilnehmer, die gerne nach Herzenslust Fragen stellen oder Kritik äußern wollen – nach all den Zahlenschlachten der letzten Wochen sehne ich mich nach Gesprächen über den Inhalt. Also reinschauen!

 

Gewinnspiel Mailingliste

Weitere fünf signierte Taschenbücher verlose ich unter allen Leserinnen und Lesern, die sich bis nächsten Freitag 24 Uhr (26. Juli 2013) neu in meine Mailingliste eingetragen haben. Die Mailingliste ist dafür da, Interessenten als erstes über neue Projekte von mir zu informieren. Sie wird sehr sparsam genutzt – Euer Postfach wird also nicht überquellen. Dafür bekommt Ihr dort auch exklusive Informationen – zum Beispiel wenn ich Testleser für neue Bücher suche …

Also einfach hier eintragen. Ihr nehmt dann mit Eurer E-Mail-Adresse automatisch an der Verlosung teil und werdet nach Ablauf der Zeit über den Gewinn informiert. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

 

Giveaway bei Goodreads

Auch auf der internationalen Leserplattform Goodreads gibt es eine Aktion: Drei signierte Taschenbücher werden dort als „Giveaway“ verlost.

 

Preisaktion Amazon

Ein mächtiges Marketinginstrument ist natürlich der Preis. Ich habe deswegen nur für kurze Zeit eine Schönwetterpreisaktion für das eBook von „Nicht von dieser Welt“ gestartet, das nun für 99 Cent erhältlich ist. Die kann allerdings morgen schon wieder vorbei sein …

 

Ich hoffe, es ist für jeden etwas dabei. Und bin gespannt, was noch alles in „Nicht von dieser Welt“ steckt!

Nicht von dieser Welt – Das Making-of (III)

Die ist der dritte Teil der Entstehungsgeschichte meines Romans „Nicht von dieser Welt“. Nachdem im ersten Teil die Entstehung des Blogs „Vanessa X.“ erläutert wurde und im zweiten Teil, wie dieser ankam, wenden wir uns nun der Geschichte zu …

Wie aus Vanessas Blog ein Roman wurde

Vanessa X. war also Anfang Februar 2012 zu Ende gegangen. Für mich war es eine wunderbare Erfahrung. Auch wenn ich gerade die notwendige PR-Arbeit maßlos unterschätzt hatte, wusste ich nun, dass solch ein Format im Prinzip funktioniert und Spaß macht. Die wenigen regelmäßigen Leserinnen, die das Projekt hatte, sind auch heute noch treue Besucher meines Blogs und lesen gerne meine Werke – da hatte also irgendwas funktioniert. Trotzdem frustrierte mich die recht geringe Aufmerksamkeit damals, denn Vanessa war über Monate ein Teil meines Lebend geworden und guten Freunden wünscht man doch nur das Beste. Schade, dass ich es nicht geschafft hatte, sie weit mehr Menschen vorzustellen. Schade, dass nicht mehr Leute ihre Geschichte gelesen hatten. Damals.

Ein gutes Jahr später war ich mitten im Selfpublisher-Fieber. Ich hatte eine neue Welt entdeckt, meinen Debütroman „Soap“ veröffentlicht, viel gelernt und grübelte darüber, wie ich die gemachten Erfahrungen und gewonnen Erkenntnisse vor allem über das Kindle-Direct-Publishing von Amazon nutzen könnte. Denn ich war nach zahlreichen „klassischen“ PR-Maßnahmen für „Soap“ zu der Überzeugung gelangt, dass man als Selfpublisher zurzeit nur im Bereich Kindle wirklich Erfolge haben und Geld verdienen kann. Man müsste „nur“ ein auf eine große Zielgruppe abgestimmten Roman mit entsprechenden Maßnahmen lancieren – der Erfolg würde sich mit etwas Glück schon einstellen. Natürlich mangelte es auch ein Jahr nach Vanessa an Zeit neben der „echten“ Arbeit und so konnte ich dieses vollmundige Experiment eigentlich nur mit einem existierenden Text angehen – was auch den Vorteil hätte, dass ich bei einem Scheitern nicht so viel verlieren würde.

Cover - Nicht von dieser Welt

Es dauerte nicht lange, bis mir Vanessa in den Sinn kam. Immerhin war ihre Geschichte bei den damaligen Leserinnen gut angekommen, sie war mehr oder weniger klassische „Chick Lit“ – allerdings durch die Blogform und den Außerirdischen mit dem notwenigen Schuss Ungewöhnliches, so dass man damit Aufmerksamkeit erzielen konnte. Ich erinnerte mich schmunzelnd an frühere Gespräche, in denen ich immer lautstark behauptet hatte, aus Vanessa könne man gar keinen Roman machen, denn die interaktive Form, die Fotos und die Links gingen ja verloren. Dennoch setzte ich mich nun hin und entfernte all das. Als ich den übrig gebliebenen Text dann noch einmal las, dachte ich: „Was rede ich denn da? Das ist doch eine witzige Geschichte!“

Natürlich mussten einige Korrekturen vorgenommen werden. Bezüge zu Abstimmungen bei Facebook mussten genauso raus wie Verweise auf Fotos. Das zwischenzeitliche Einstellen des Blogs machte in einem Roman keinen Sinn. Ständige Recaps alter Geschichten waren nicht mehr notwendig. Die Zeitbezüge lies ich durch die den „Kapiteln“ vorangestellten Daten allerdings im Text. Es fehlen zwar nun die Links, aber wenn sich mal jemand die Mühe machen sollte, um zu überprüfen, ob z.B. die Hertha-Spiele, die Konstantin schaut oder besucht, wirklich alle an den entsprechenden Tagen stattgefunden haben, dann wird er herausfinden: Ja, hier stimmt alles!

Das letzte Problem bei der Überarbeitung war das Ende … Nun, mir gefiel es nicht hundertprozentig, denn es war in der Tat etwas hastig geschrieben. Andererseits wollte ich den Original-Text in seiner Substanz nicht allzu sehr verändern. Also feilte ich ein wenig, ergänzte einige wichtige Gedanken und beschloss dann, es im Großen und Ganzen so zu lassen. Ich muss zugeben: Auch weil ich das neue Buch endlich rausbringen wollte. Und im Leben nicht damit rechnete, dass so viele Menschen es lesen würden. Aber für die Zukunft habe ich einen neuen Leitsatz: Arbeite an jedem Text vor der Veröffentlichung so intensiv, dass er auch ein Bestseller werden kann!

15.06. - 7:20 Uhr - Platz 1 Was dann kam – von meiner vollmundigen Ankündigungen, ich mach jetzt einen „kleinen Bestseller“ über das Finden von Titel, Cover und Pseudonym bis hin zu den gigantischen Zahlen wenige Tage nach Veröffentlichung – kann man alles hier im Blog nachlesen. Auch einen Monat nach Veröffentlichung findet sich „Nicht von dieser Welt“ noch in der Top 10 der Kindle-Charts. Ich wache jeden Morgen mit weiteren mehreren hundert verkauften eBooks auf und staune. Für mich hat meine kleine persönliche Geschichte mit Vanessa und ihrem Blog ein Happy End gefunden, dass ich in einem Roman wohl als zu linear und kitschig empfunden hätte. Aber manchmal muss man dann eben doch zwischen Fiktion und Realität unterscheiden …

 

Nicht von dieser Welt – Das Making-of (II)

Dies ist der zweite Teil meines ausführlichen Berichts über die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte des Kindle-Bestsellers „Nicht von dieser Welt“. Nachdem ich gestern im ersten Teil berichtet habe, wie der Blog „Vanessa X.“  – auf dem der Roman basiert – entstanden ist, geht es heute darum …

Wie Vanessas Blog ankam

Von Anfang an gab es eine kleine Schar treuer Leser und vor allem Leserinnen der Blogfiction Vanessa X. Was mich besonders freute: Vom ersten Blogeintrag an richteten sich alle Kommentare an Vanessa, nicht an mich. Niemand schrieb: „Witziger Beitrag heute, Herr Meisheit“, aber dafür „Mach das nicht, Vanessa!“. So konnten die Leser tatsächlich Einfluss nehmen auf den Verlauf der Geschichte. Teilweise ließ ich sogar über Vanessas Facebook-Seite abstimmen, was sie tun oder wie sie ihr Kind nennen sollte. Auch wenn ich manches Element leider viel zu selten nutzte, war dies für mich genau das, was ich mit neuen erzählerischen Wegen meinte. Ebenso wie das regelmäßige Verlinken von anderen Internetseiten. Bezog sich Vanessa auf ein aktuelles Ereignisse – von Unruhen in London bis hin zu Fußballspielen – oder freute sie sich über einen neuen Laden in Kreuzberg, dann wurde das entsprechende Wort mit einem Link unterlegt. Genauso leitete einen mancher Fachbegriff zu Wikipedia oder eine ironische Bemerkung zu einem passenden Film bei YouTube.

Eigentlich machte das Schreiben richtig Spaß und es lief ungefähr so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nur eins hatte ich komplett unterschätzt: Während ich den Aufwand des Schreibens bewältigen konnte, hatte ich überhaupt keine Zeit, den Blog bekannt zu machen. Natürlich freute ich mich über die 30 bis 40 Besucher, die regelmäßig bei einem neuen Beitrag auf die Seite kamen, aber eigentlich sah ich das Potential als weit größer an. Aber wenn man keine Werbung macht, wie sollen die Leute das Ding dann finden? Und wenn es mir dann mal mit vergleichsweise viel Aufwand gelang, ein Blog-Interview unterzubringen, musste ich feststellen, dass eine andere Rechnung ebenfalls nicht aufging: Niemand stieg später in die Geschichte ein. Ich verlinkte zwar immer wieder auf wichtige andere Beiträge oder fasste mehr oder weniger geschickt zusammen, was für den aktuellen Beitrag wichtig war, aber dennoch kamen keine neuen, regelmäßigen Leser dazu. Als dann auch insgesamt die Leserzahlen sanken und zusätzliche „echte“ Arbeit durch ein neues Drehbuchprojekt auf mich zukam, zog ich die Reißleine: Ich stellte den Blog im September 2011 ein!

Echt? Wird jetzt so mancher fragen. Denn wie man ja heute weiß, wurde die Geschichte zu Ende geschrieben. Ja, aber sie war zwischendurch schon beendet – hier der damalige Abschiedseintrag. Gerettet hat Vanessa der Tagesspiegel. Und das kam so: Bei aktuellen Ereignissen hatte ich als Berliner verhältnismäßig oft auf den Tagesspiegel verlinkt. Offensichtlich war dies dort jemandem in der Redaktion aufgefallen. Er schaute sich die Seite, von der immer wieder Leute auf Tagesspiegel-Online kamen, genauer an und berichtete von Vanessa in einer Redaktionskonferenz. In der eine alte Freundin von mir saß und bei meinem Namen hellhörig wurde. Man beschloss, dass sie etwas über Vanessa X. für den Tagesspiegel machen sollte. Die entsprechende Mail erreichte mich wenige Tage nach der Beendigung des Blogs im Urlaub in der Türkei. Es gab dann ein mittlerweile legendäres Telefonat am Strand mit schlechter Verbindung und nölendem Kleinkind im Hintergrund, bei dem ich gemeinsam mit der Redakteurin beschloss, Vanessa wieder auferstehen zu lassen – denn diese Art von Publicity konnte ich ihr und mir nicht entgehen lassen.

Wenige Tage später war Vanessa zurück und beklagte sich im Blog, dass irgendein Verrückter ihre Identität geklaut hätte, um im Blog zu verkünden, dass es diesen nicht mehr gäbe. So ein Blödsinn! Vanessa war noch da! Und sie hatte viel zu erzählen! Die Fotos aus unserem Türkei-Urlaub mussten verarbeitet werden, die Eingewöhnung meines Sohns in der Kita stand an – also ging nun auch der kleine Ben in der Geschichte in die Kita. Es kam Weihnachten, der Jahreswechsel und bald auch der errechnete Geburtstermin von der kleinen Lucy. Von Anfang an war die Geburt von Vanessas Kind für mich der angepeilte erzählerische Höhe- und Schlusspunkt gewesen.

Tagesspiegel

Zwischenzeitlich gab ich dem Tagesspiegel das Interview und durfte voller Stolz sehen, dass ich es sogar mit einem Foto auf die Titelseite der Zeitung schaffte. Durch die Online-Variante des Beitrags kamen tatsächlich auch zahlreiche Leute in meinen Blog. Das Interesse war für einige Tage enorm. Aber der Frust folgte bald: Richtig hängen blieben so gut wie keine neuen Dauerleser.  War die Geschichte einfach zu weit fortgeschritten? Oder doch nicht so interessant, wie ich sie selbst empfand? Nun gab es für mich gleichzeitig ja tatsächlich die erwähnte zusätzliche Drehbucharbeit und logischerweise auch die reale Geburt meiner Tochter. Wer Kinder hat, weiß selbst, was gerade das zweite Kind für die Logistik des Lebens bedeutet: Man kommt zu gar nichts mehr. Trotzdem wollte ich meine mittlerweile sehr lieb gewonnene Vanessa zu einem Ende bringen …

Ich kann natürlich heute all die Kritiker verstehen, die den großen Schlusspunkt der Geschichte als etwas knapp und plötzlich empfinden. Eigentlich hatte ich auch noch mehr große Pläne – das Finale sollte in Echtzeit über Vanessas Twitter– und Facebook-Account verfolgt werden können. Aber zu all dem fehlte mir leider die Zeit. Ein Element meiner Planung gelang mir aber immerhin noch: Bis zum letzten Beitrag war die Geschichte so konstruiert, dass sich Vanessa zwischen den beiden Männern der Geschichte so oder so hätte entscheiden können. Beide Endvarianten wären aus meiner Sicht möglich, für beide hatte ich Geschichten im Kopf. Die Entscheidung gefällt haben hier die Leserinnen mit ihren Kommentaren. Und das ziemlich eindeutig …

Dennoch fiel ich nach dem Ende von „Vanessa X.“ erst einmal in ein Loch. Das eigentlich sehr spannende Projekt war etwas lieblos zu Ende gegangen und verschwand nun im Nirwana des Internets. Wie es ein gutes Jahr später dort wieder herausgeholt wurde, berichte ich im dritten und letzten Teil

Nicht von dieser Welt – Das Making-of (I)

Eigentlich sollte „Nicht von dieser Welt“ nie ein Buch werden. Eigentlich. Der Kindle-Bestseller der letzten Wochen hat eine durchaus ungewöhnliche Entstehungsgeschichte, die hier nun ausführlich geschildert werden soll. So ausführlich, dass es dafür gleich drei Teile braucht. Heute erzähle ich im ersten Teil:

Wie Vanessas Blog entstand

Schon seit einigen Jahren denke ich, dass das Internet uns Autoren spannende neue Möglichkeiten bietet, die noch lange nicht ausgeschöpft sind. Für mich ist es nach wie vor eher so wie in den Anfängen des Fernsehens, als man erst einmal Radiosendungen oder Theaterstücke abgefilmt hat. Noch immer dominieren im Internet herkömmliche Texte oder Filmchen. Dabei könnte man besonders auf fiktiver Ebene wunderbar mit der Vermischung von Medien, mit Interaktivität, Verlinkungen und Handlungen an unterschiedlichen „Orten“ der Netzwelt neuartige Geschichten erzählen.

Vanessa X. - FotovorlageIm Sommer 2011 hatte ich dann endlich einmal etwas Zeit. Nach einer kleinen Rundedurch die Social-Media-Welt – seitdem twittere ich zum Beispiel – entschied ich spontan, einfach mal etwas „im Internet“ auszuprobieren. Ich wollte einen fiktiven Blog schreiben. Schnell fand ich heraus, dass es unter dem Begriff „Blogfiction“ noch so gut wie nichts gab – schon gar nicht im deutschsprachigen Raum. Mir gefiel es, Pionier zu sein. Also machte ich mich mit der Blog-Software WordPress vertraut und bastelte mir mit Hilfe meines genialen Nachbarsohns und einem Urlaubsfoto eine einfache Blogseite mit dem schönen Namen „Vanessa X.“. Wichtig war mir von Anfang an, dass man den Blog als fiktiv wahrnimmt. Es gab bereits diverse bekannte Fake-Blogs wie Lonelygirl15 und Amina aus Syrien, die aber vor allem dadurch funktionierten, dass man sie für echt hielt. Vanessa sollte Unterhaltung sein. Deswegen gefiel es mir, als Mann eine weibliche Hauptfigur zu schreiben und – das war dann sozusagen idiotensicher – einen Außerirdischen auftauchen zu lassen. Seht her: Fiktion!

Am 27. Juli 2011 ging der erste Blogeintrag online. „Welt: Steht Kopf!“. Ich warb dafür bei meinen bis dahin eher bescheidenen Social-Media-Kontakten und stürzte mich sogleich in das kontinuierliche Schreiben des Blogs. Die Erzählwelt war denkbar einfach gehalten, denn ich musste es „nebenbei“ schaffen können. Neben der Arbeit, neben der Familie. Also war Vanessa relativ nah an meinem eigenen Leben aufgestellt: Mein Sohn war damals wenige Monate älter als Vanessas Sohn. Meine Frau war wenige Monate weiter in ihrer Schwangerschaft als Vanessa. Meine Hauptfigur wohnte – genau wie wir – in einer neuen Wohnung im Bergmannkiez in Berlin und sie erlebte Dinge, die von unseren Erlebnissen nicht weit entfernt waren. Natürlich waren wir in unserer Beziehung weit glücklicher als Vanessa, und ich bin auch nicht so ein Stoffel wie Vanessas Ehemann Konstantin, aber gerade die Details ihres Lebens konnte ich gut aus dem unsrigen speisen – von ernsten Themen wie der Nackenfaltenmessung in der Schwangerschaft bis hin zu den Fußballspielen, die Konstantin schaute.

Spülmaschine Das nahm teilweise sehr witzige Ausmaße an. Eines Tages stand zum Beispiel bei uns im Hof eine alte Spülmaschine und keiner wusste, wem sie gehörte. Über Wochen räumte sie niemand weg. Anderer Müll wurde dazu gestellt. Sie stand im Weg. Also baute ich die Spülmaschine als Ärgernis für Vanessas nervige Nachbarin Frau Bieber in meinen Blog ein. Mit Foto. Einen Tag später war das Ding weg – und mein Nachbar outete sich als Übeltäter. Sein Sohn hatte im Blog davon gelesen und gesagt: „Wir müssen was tun – die Spülmaschine ist schon im Internet!“ Wann immer ich die Möglichkeit hatte, ein neutrales Foto (also ohne meine Kinder oder meine Frau) für den Blog zu benutzen, schoss ich es und spann eine Geschichte drum herum. Das machte die Arbeit für mich einfacher, zusätzlich wurde die Geschichte dadurch authentischer und auch einzigartig.

Im zweiten Teil berichte ich darüber, wie der neuartige Blog ankam und warum er zwischenzeitlich eingestellt werden musste …

 

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Bitte schauen Sie sich die Leseprobe an

Ich falle mir jetzt mal selbst in den Rücken. Es geht um die sogenannten Rezensionen, die das eigene Werk bei amazon bekommt. Es ist ein bekanntes Phänomen, dass man als Autor viel zu sehr auf diese Bewertungen schaut. Besonders auf die schlechten. Während einem eine schöne Vier- oder Fünf-Sterne-Bewertung gerade mal für fünf Sekunden ein Lächeln abringt und vielleicht noch zu einer Verlinkung auf Facebook führt, grübelt man über alles darunter gerne mal mehrere Stunden. Schnell kommt es zu Verschwörungstheorien („Das war doch sicher ein neidischer Autorenkollege!“) oder zu Leserbeleidigungen im stillen Kämmerlein („Der kann ja selbst nicht mal drei Sätze ohne Fehler schreiben!“). So oder so sieht man sich schon am Ende jeglicher Verkaufscharts, weil man dank des Neiders/Idioten ja nicht mehr den Fünf-Sterne-Schnitt halten konnte.

Mein neues Buch „Nicht von dieser Welt“ hat mich ein wenig von dieser Autorenkrankheit geheilt. Ich habe nämlich zwei Sachen gelernt:

1. Fakes sind die Ausnahme

Es mag sein, dass es irgendwo wirklich böse Kollegen gibt, die Konkurrenten runterwerten und mit einem Schwarm an gefakten Accounts sich selbst in den Sternenhimmel klicken. Es wird darüber aber aus meiner Sicht weit mehr spekuliert und diskutiert, als es wirklich der Fall ist. Bei meiner ersten differenzierten bösen Kritik, dachte ich auch: „Ah, da ist so ein böser Kollege!“ Der Account hatte tatsächlich kaum andere Bewertungen abgegeben, war mit viel zu vielen „Fachbegriffen“ gespickt und noch dazu teilweise beleidigend. Klarer Fall. Zwei Tage später erhielt ich eine Mail von einer Dame aus Österreich, die sich als Urheberin dieser Bewertung outete und mir schrieb, weil ihr ihre Kritik wirklich ein Anliegen war. Sie war der Meinung, ich würde mein Potential verschenken, entschuldigte sich sogar für die beleidigenden Formulierungen und wir hatten einen netten Mailwechsel. Also war es nichts mit dem neidischen Kollegen. Und wenn man ehrlich ist: Man bekommt doch mindestens genauso viele knappe, letztlich nichts sagende Jubelbewertungen von Leuten, die sonst nur Radiowecker und Grillanzünder bewerten, wie man knappe, nichts sagende vernichtende Bewertungen bekommt von wenig bis gar nicht aktiven Leuten. Also warum sollen gerade die negativen gefakt sein?

 

2. So wichtig sind Amazon-Bewertungen auch wieder nicht

Mein Roman „Soap“ hat derzeit einen Schnitt von 4,7 Sternen bei 52 „Rezensionen“. Keine einzige Ein-Sterne-Bewertung ist dabei. Das ist verglichen mit anderen Büchern sehr gut. Trotz massiver und durchaus erfolgreicher Werbeaktionen gibt es nur wenige Verkäufe und die sinken nun auch wieder stetig.
„Nicht von dieser Welt“ dagegen hat derzeit einen Schnitt von 3,8 Sternen bei 62 „Rezensionen“. Und gleich zehn Ein-Sterne-Bewertungen. Auch wenn ich glaube, dass genau vor zwei Wochen ein Schwung negativer Bewertungen am Stück ein Faktor für sinkende Verkaufszahlen waren: Seit zwei Wochen hält sich das Buch mit diesem doch eher schlechten Schnitt in der Top Ten und verkauft wie blöd.
Die Sterne sind ein Faktor, die Kritikpunkte in den Bewertungen selbst sicher auch, aber ehrlich gesagt sind sie auch nur EIN Faktor. Und kein riesig großer. Cover, Autor, Titel, Klappentext, Preis, Sichtbarkeit – das liegt alles noch weit davor. Und manchmal denke ich auch, dass so ein paar richtig emotionale böse Kritiken am Ende nur noch mehr Leute neugierig machen …

So, jetzt kommt aber noch das ABER. Was ICH nicht verstehe: Wieso lesen eigentlich so wenige Leser die Leseprobe? Die ist doch gerade bei Amazon ganz einfach zu finden. Man kann sie sich sogar kostenlos mit einem Klick auf den Kindle holen! Natürlich sollte ich eigentlich meinen Mund halten, denn ich hätte wahrscheinlich einiges weniger von „Nicht von dieser Welt“ verkauft, wenn alle die Leseprobe gelesen hätte. Aber dennoch rätsle ich über den Masochismus (oder ist Faulheit? Oder Freude am Aufregen?) mancher Leser, ein Buch zu kaufen und nach zehn Seiten in die Ecke zu schmeißen, weil man damit nichts anfangen kann. Das hätte man doch leicht verhindern können.

Deswegen träume ich als Autor manchmal von einer idealen Welt, in der die Leser ein Buch nur nach seinem Inhalt auswählen. Dass die Kaufentscheidung einzig und allein von einem Blick in das Buch beeinflusst wird. Man liest ein oder zwei Kapitel und wenn’s einen packt, dann wird das Ding gekauft. Wenn nicht, dann schaut man sich das nächste an. Denn auch als Autor will ich doch eigentlich, dass nur die Leute mein Buch lesen, denen es auch Spaß macht. Ich will niemandem die Zeit stehlen oder schlechte Laune machen.

Die gute Nachricht ist: So etwas kann man nun! Es gibt von Johannes zum Winkel nun die Seite xtme:lesen, wo man „Blind Dates“ mit Büchern haben kann. Es wird nur ein Textauszug gezeigt. Sonst nichts. Man kann noch ein Genre auswählen, wenn man möchte, aber man kann sich einfach auch den ganzen Tag „anonym“ Texte zeigen lassen und bei Gefallen auf den einzigen vorhandenen Link klicken, der einen dann zum Kauf des Buches führt. Die Seite – basierend auf dem amerikanischen Vorbild „no Names, no jackets“ – wird zwar in absehbarer Zeit als Entscheidungshilfe nicht Amazon und seine komischen Sterne ablösen, aber als Autor macht sie mir schon einmal eine Menge Spaß …