Das Essen

Schön war es. Am Freitagabend stand die Einlösung des ersten Preises meines Wettbewerbs „Gewinne einen Autor“ an. Und ich durfte ihn bei der Gewinnerin Valérie Müller in Brühl einlösen. Es galt also für Valérie, ihren Mann Eckhard und (zumindest teilweise) für den kleinen Raphaël zu kochen. Ich hatte mich entschlossen, auf meine Lieblingsgerichte zurückzugreifen. Weil ich diese locker neben dem Plaudern kochen kann und weil sie, nun ja, meine Lieblingsgerichte sind …

Ich bin sehr froh, dass ich diesen Abend gemacht habe! Allein die Erfahrung, bei wildfremden sehr netten Leuten in ihrem wunderschönen Haus aufzutauchen, die Küche zu belagern und für einen Abend zur Familie zu gehören, ist wunderbar! Kann ich jedem nur empfehlen, der neugierig auf anderen Menschen ist – was für mich als Autor ganz sicher gilt.

Bahn fahren

Es gab viele wunderbare Moment: Mit meinen Berliner Einkaufstüten in der Straßenbahn nach Brühl fahren.  Von Vater und Sohn mit einem überdimensionalen „Soap“-Cover am Bahnhof abgeholt werden. Von dem Vierjährigen die ganze Zeit als „Autor“ angesprochen werden – wie in „Guck mal, Autor, ich hab einen Piratenschatz“. Feststellen, dass ich die Hauptzutat „Dosentomaten“ vergessen hatte. Den Pfannenvorrat der Familie aufbrauchen. Angekuschelt werden – vom müden Raphaël. Überrascht feststellen, dass es schon fast Mitternacht ist. Denn am tollsten waren natürlich die kurzweiligen Gespräche mit dem Gastgeberpaar. An denen kann ich hier schlecht alle teilhaben lassen, genauso wenig wie an dem Essen des Abends. Aber von letzterem kann ich zumindest die Rezepte bekanntgeben …

 

 

Die Rezepte

Vor- und Hauptspeise basieren auf Rezepten von Jamie Oliver, die ich aber schon so oft gekocht habe, dass ich gar nicht mehr weiß, wie weit sie vom Original abweichen. So oder so sind es relativ einfach zu kochende Rezepte, die aber beide den nötigen „Pfiff“ haben und immer gut ankommen. Die Mengen in den Rezepten sollten für vier Personen reichen. Zum ersten Mal in meinem Leben blogge ich nun Kochrezepte …

 

Garnelenpfanne

Vorspeise Garnelen

16-20 Riesengarnelen (gekocht, geschält und gereinigt)
Zwei Knoblauchzehen
Ein daumengroßes Stück Ingwer
Gerebelter Chili
Ein Bund glatte Petersilie
1 Zitrone
Meersalz und frisch gemahlener PfefferGutes (!) Olivenöl
1 Ciabatta (oder ähnliches Brot)

 

 

 

Etwas Öl in die Pfanne geben. Bei mittlerer Hitze die Garnelen braten zusammen mit dem klein gehackten Knoblauch, dem geriebenen Ingwer und so viel Chili, wie man selbst verträgt (für den Anfang vielleicht mal ein Teelöffel) – bis der Knoblauch etwas Farbe annimmt. Dann leicht salzen und pfeffern, mit etwas Saft der Zitrone abschmecken, die klein gehackten Petersilienblätter dazu. Alles noch einmal schön erhitzen. In der Zwischenzeit das Brot in Scheiben schneiden, diese toasten und je zwei Scheiben auf einen kleinen Teller in der Mitte positionieren. Zum Schluss noch einen großzügigen Schuss Olivenöl in die Pfanne geben. Dann jedem vier bis fünf Garnelen auf oder neben die Brotscheiben legen und den Öl-Süd darüber gießen, so dass die Brote ihn schön aufnehmen. Voila! Dazu gibt es einen schönen Prosecco oder leichten Weißwein.

 

Fenchel-Salami-Pasta

Hauptgericht Fenchel Salami

8 Mignon-Salami
2 große Fenchel mit viel Grün
Zwei Knoblauchzehen
Zwei Teelöffel Fenchelsamen
Gerebelter Chili
2-3 Dosen mit geschälten Tomaten (à 400g)
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer und Zucker
Gutes (!) Olivenöl
Semmelbrösel
2-3 Zweige Rosmarin
500g Linguine

 

 

Dieses Rezept habe ich schon viele, viele Mal gekocht. Und dabei viele verschiedene Salami-Sorten ausprobiert. Im Grunde geht es mit jeglicher Salami, wir haben es sogar mal mit der türkischen Sucuk gemacht und gemocht. Aber für mich ist die Mignon-Salami immer noch die beste Variante. Wenn man eine normaler Milaneser Salami oder Salsiccia nimmt (was Jamie Oliver vorschlägt), dann braucht man ca. 300 Gramm.

Der kochende Autor

Die Salami in nicht allzu dünne Scheiben (oder Stücke) schneiden – dabei unbedingt schon naschen. Die Scheiben dann mit dem klein gehackten Knoblauch und den im Mörser etwas zerriebenen Fenchelsamen zusammen in einer Pfanne (mit wenig Öl) bei mittlerer Hitze anbraten. Auch die gebratene Salami unbedingt mal naschen. Dann den in dünne Scheiben geschnittenen Fenchel dazugeben (der sollte von selbst in kleine Streifen zerfallen). Deckel drauf. Fünf Minuten garen lassen unter gelegentlichem Schütteln. Dann kommen die Tomaten dazu. Die genaue Menge hängt auch ein wenig davon ab, wie „tomatig“ man das Essen haben will. Tomaten mit dem Kochlöffel zerkleinern, vielleicht noch etwas Wasser hinzugeben und alles zum Kochen bringen. Noch ein wenig Chili dazu – je nach Schärfevorliebe. Das Ganze sollte dann mindestens 20 Minuten köcheln, kann aber gerne auch doppelt solange, wenn man zwischendurch noch ein Kind ins Bett bringen muss.

Pfannen

Fünfzehn Minuten vor Schluss sollte man auf jeden Fall einen Topf mit reichlich kochendem Salzwasser haben (also ggf. schon etwas früher mit dem Erhitzen beginnen). Dann die Linguine darin bei hoher Hitze al dente kochen. Während die Nudeln kochen, reichlich Olivenöl in einer kleinen Pfanne erhitzen und den Rosmarin darin bei mittlerer Hitze anbraten, bis es in der Küche nach Saunaaufguss riecht. Dann sechs bis acht Esslöffel Semmelbrösel drüber kippen und sorgfältig rühren, damit nichts anbrennt. Ggf. noch etwas Öl nachgießen, so dass eine weiche, leicht braune Brotmasse entsteht. Die Rosmarinzweige rausfischen – wenn ein paar Nadel drin bleiben, ist das okay.

Zuletzt die Tomatensoße mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker (!) abschmecken. Dann die abgesiebten Nudeln zur Soße in die Pfanne geben (wenn diese groß genug  ist) und alles gut vermischen – kann man zur Not auch auf dem Teller machen. So oder so: Wenn Nudeln und die Soße auf dem Teller sind, jedem noch zwei Esslöffel von den Semmelbröseln in Öl darüber geben. Und als Krönung eine Prise klein gehacktes Fenchelgrün. Fertig! Zu diesem Gang passt natürlich ein kräftiger italienischer Rotwein am Besten!

Als Nachtisch gab es dann noch Arme Ritter mit Vanilleeis. Hier gibt es so viele Rezepte online, dass ich aufs Aufschreiben verzichte – auf jeden Fall ein unterschätztes sehr einfaches Dessert!

Arme Ritter

Bleibt mir am Ende meinen Gastgebern Valérie und Eckhard für den wunderbaren Abend und die herzliche Aufnahme zu danken. Und festzustellen, dass es den kochenden Autor sicher nicht zum letzten Mal gegeben hat …

10 Kommentare

Valérie Müller

Lieber Michael, es war ein wirklich toller Abend! Das Essen war süperb, die Getränke waren köstlich und die Gespräche anregend. Es war eine neue, gute Erfahrung, einen völlig fremden Menschen in der eigenen Küche werkeln zu lassen und zu merken, dass er genau so ist, wie man erwartet hatte: Ein sehr netter, entspannter und kommunikativer Mensch. Es war uns eine Freude – und Du ein echter Hauptgewinn! An dieser Stelle nochmals DANKE für einen wunderbaren Abend!

Antworten
Diana Hillebrand

Was für ein sympathischer Artikel über einen ebenso sympathischen Autor! Tolle Idee „Gewinne einen Autor“!!! Da wäre ich auch gern Gewinnerin gewesen… Beim nächsten Mal mache ich auch mit 🙂

Antworten
Pat McCraw

Boah, wenn ich gewusst hätte WAS du kochst, hätte ich auch mitgemacht! Das wäre dann ein Abend mit Autoren-Gequatsche geworden 🙂
Ich finds klasse, dass du das gemacht hast 🙂 LG Pat

Antworten
Kerstin

Sehr schöner Bericht!

Hach, jetzt kriege ich Hunger. Und wenn ich ein neidischer Mensch wäre, wäre ich das jetzt. Bin ich aber nicht! Freue mich für Euch, dass es schön war und ich lern Dich auch nochmal kennen, wenn es so sein soll. 🙂

Liebe Grüße
Kerstin (die mit dem Kurzvideo im Wettbewerb)

Antworten
Marcus

Der nächste Abend mit „Autor“, diesmal bei ihm zuhause, steht bevor. Es bleibt bei unserer Verabredung. Sag mal, wann.

Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.