Backstage

Heute in vier Monaten veröffentliche ich einen neuen Roman unter meinem Pseudonym Vanessa Mansini. Zumindest ist das der Plan. Bisher gibt es nur eine Grundidee, ein paar vage Vorstellungen für die Figuren und die Handlung sowie viele kleine Einfälle, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht in dem Roman landen sollen. Und es gibt ein mögliches Veröffentlichungsdatum. Mehr existiert allerdings nicht. Noch nicht einmal ein Titel. Aber warum schreibe ich dann über dieses ungelegte Ei? Soll man doch nicht. So früh. Ganz einfach: Ich werde ab jetzt jeden Schritt bei der Erstellung und Veröffentlichung dieses Romans öffentlich vollziehen. In meinem Projekt Backstage.

Warum tue ich mir das an?

Ich bin Autor und ich bin Verleger. Ich bin Selfpublisher. Das ist nach wie vor eine relativ junge Spezies auf dem Buchmarkt, über die die meisten Menschen noch nicht allzu viel wissen. Ein Buch als Selfpublisher zu schreiben und es seine Leserinnen und Leser finden zu lassen, ist ein komplexer, selten in allen Punkten vorhersehbarer, aber doch auch ganz unterhaltsamer Prozess. Ich möchte einmal versuchen, alle, die es interessiert, daran teilhaben zu lassen. Es gibt von Leserseite immer wieder Interesse an dem „Wie?“, an dem Blick hinter die Kulissen. Es gibt neu einsteigende oder auch erfahrene Autorinnen und Autoren, die sich gerne für die eigene Arbeit inspirieren lassen wollen oder den Diskurs suchen. Nicht zuletzt erfülle ich das, was ich selbst auf die Frage „Wann startet das Marketing für ein neues Buch?“ stets antworte: Sobald man mit dem Schreiben beginnt.

 

Was genau ist geplant bei diesem Striptease?

In meinem Blog werde ich in loser Folge die einzelnen Schritte der Romangeburt aus meiner sehr subjektiven Sicht schildern. Live. Was für mich als Autor notwendig und wichtig ist. Was es für den Verleger in mir zu beachten gibt. Es wird kein How-to, sondern eher ein My-way. Und auch wenn ich immer wieder versuchen möchte, Leserinnen und Leser einzubinden und interaktiv zu sein wie wild, wird es doch kein Gemeinschaftsprojekt werden, sondern der Blick über die Schulter. Dafür wird man alles miterleben können. Die Ideen, das Scheitern, das Umdenken, die Rettungen, das Zittern am Tag der Veröffentlichung. Man wird sogar verfolgen können, wie sich die Schreibarbeit in mein Leben einfügt. Denn in den vier Monaten steht auch eine Arbeitssitzung für die „Lindenstraße“ an, Arbeit an Drehbüchern, zwei Reisen mit meiner Familie, von denen zumindest eine von mir auch als Schreibcamp benutzt werden wird. Wer hier mitliest, wird immer dabei sein. Ich werde zudem dieses und jenes ausprobieren, werde die Social Media Klaviatur versuchen zu bespielen, werden auf Fragen antworten, wenn immer es mir möglich ist. Und es wird noch (mindestens) zwei weitere Raketenstufen geben, die nach und nach gezündet werden:

 

Mit der Facebook-Gruppe in die Autorenseele schauen

Es wird in ein paar Wochen – nach den ersten Vorarbeiten – eine geschlossene Facebookgruppe geben, in der als Ergänzung zu den Blogberichten intensiv mit mir über die Handlung des neuen Romans diskutiert werden kann. Dort gebe ich preis, wie ich bei der Entwicklung einer Geschichte und der Figuren vorgehe. Am ganz konkreten Beispiel. Natürlich wird dies ein einziger Spoiler werden, weswegen die Gruppe geschlossen sein soll. Und da ich dort auch Umfragen starten und Feedback annehmen möchte, wird die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme Voraussetzung sein. Mehr dazu gibt es, wenn es soweit ist. Aber auch hier im Blog werde ich natürlich über die wichtigen Entscheidungen und großen Schritte des kreativen Prozesses berichten.

 

Schreiben zum Mitlesen

Wenn dann schließlich die konkrete Schreibphase startet, gehe ich noch einen Schritt weiter: Über die Seite fortschrift.net von Matthias Matting wird man regelmäßig die gerade geschriebenen Seiten lesen können. Unlektoriert, direkt aus meiner Tastatur. In einem Zustand, der sich noch deutlich ändern kann. Mit all meinen „bla-bla“ und „hier muss noch eine witzige Situation rein“. Work-in-progress in Reinform. Dort mitzulesen wird kostenpflichtig sein, dafür beinhaltet der Preis aber auch das fertige eBook. Alle anderen Berichte über meine Arbeit im Rahmen des Projekts Backstage werden stets kostenlos sein.

 

Angst was zu verpassen?

Wer jetzt schon vor Aufregung unruhig auf dem Stuhl hin- und herrutscht, sollte die Facebookseite meines Alter Egos Vanessa Mansini liken, denn dort werden alle Aktivitäten des Projekts Backstage stets als erstes angekündigt und verlinkt. Man kann auch diesen Blog abonnieren – siehe Startseite rechts oben.

 

Los geht’s!

Eins muss klar sein: Ich habe selbst keine Ahnung, wie das alles laufen wird. Weder mit dem Projekt Backstage noch mit dem Roman selbst. Das Schreiben und auch das Veröffentlichen eines Romans ist kein linearer Prozess. Kreativität ist ebenso wenig planbar wie Erfolg. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es Umwege geben wird. Überraschungen. Dass so manches nicht läuft wie geplant. Und was am Ende herauskommt, ist heute am ersten offiziellen Tag dieses Projekt noch vollkommen offen. Ich weiß noch nicht einmal, ob es ein Happy End geben wird. Aber genau das ist ja der Spaß dabei.

 

Und morgen verrate ich dann meine Idee für den Roman …

4 Kommentare

Lina Zimmer

Hallo Michael! Ich finde die Idee großartig, vor allem mutig und marketingtechnisch grandios 😉 Ich hoffe, ich darf dabei sein und ganz viel von dir lernen! Viele Grüße von Lina

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Michael

Ich würde mich natürlich freuen, wenn es Dir als Autorin etwas bringt. Bin selbst gespannt wie es werden wird … 🙂

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JOHANNA WASSER

Lieber Michael,
Ich bin gespannt und werde, sofern mein eigenes im gleichen Stadium befindliches Baby 😉 es zulässt, live dabei sein…
Liebe grüße, Johanna

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